Loitzl gewinnt Vierschanzentournee

Der 28-jährige Steirer feierte am Dreikönigstag mit dem Triumph in Bischofshofen nach den Erfolgen in Garmisch-Partenkirchen sowie Innsbruck seinen bereits dritten Tagessieg en suite.

“Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich bin in den berühmten Lauf gekommen und kann es noch nicht fassen. Ich habe jahrelang gekämpft und habe nicht damit gerechnet. Ich bin natürlich überglücklich, davon träumt jeder Skispringer”, sagte der Steirer nach seinem bisher größten Karriereerfolg, den er mit Siegen in Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck in die Wege geleitet hatte. Loitzl, der am Neujahrstag seinen ersten Weltcup-Erfolg gefeiert hatte, sorgte für den insgesamt zehnten ÖSV-Tourneesieg.

 

Durchgang eins brachte Loitzl dem Sieg mit einem Satz auf 142,5 m und den Traumnoten von fünfmal 20 bereits nahe. “Ich war eigentlich sehr relaxt und sicher. Das war ein Traumsprung. Fünfmal 20 ist natürlich ein Wahnsinn. Das war ein sehr guter Sprung vom Tisch bis zur Ausfahrt, die Benotung ist berechtigt”, betonte Loitzl. “Der Sprung war der beste der ganzen Tournee von ihm. Es hat sich einer zu mir dazugestellt, es freut mich, dass es ein Österreicher ist. Heute hat er auch eine Portion Frechheit gebraucht”, betonte ÖSV-Sportdirektor Toni Innauer, der 1976 in Oberstdorf die Idealbenotung von fünfmal 20 erhalten hatte.

Ammann, der bei 137,5 m aufsetzte, büßte schon nach dem ersten Sprung neuerlich zwölf Punkte auf den Steirer ein. Auch Schlierenzauer (138,5) sprang weiter als der Schweizer und rückte Ammann im Gesamtklassement ein wenig näher. Im Finale legte Loitzl einen 141,5 m-Satz nach und feierte seinen dritten Sieg in Folge. Skiflug-Weltmeister Schlierenzauer kam auf 136 m und machte damit keinen weiteren Boden auf Weltmeister Ammann (140,5 ) gut. “Die Sprünge waren teilweise sehr gut. Unter den Top Drei zu sein ist sehr gut. Ich bin zufrieden. Heute war der Wolfgang ein Klasse für sich, das ist gewaltig für das ganze Team. Ich vergönne es ihm”, erklärte der 18-jährige Schlierenzauer.

Loitzl hatte nach dem überlegenen Sieg schlussendlich 32,6 Punkte Vorsprung auf Oberstdorf-Sieger Ammann, der wiederum 14 Zähler vor Schlierenzauer lag. “Wolfgang hat auf ganzer Linie überzeugt, ich bin froh, dass ich in Oberstdorf gewonnen habe. Ich bin nicht überglücklich, aber zufrieden”, sagte der fünffache Saisonsieger aus der Schweiz.

Weltcup-Titelverteidiger Thomas Morgenstern schaffte es diesmal, anders als in Garmisch und Innsbruck, als 16. nicht in die Top Ten. Der Tournee-Zweite des Vorjahres setzte im ersten Durchgang bei 130 m (15.) auf, sein Finalsprung auf 129 m brachte keine Resultatsverbesserung. “Das war ein kleiner Rückschritt, ich bin nicht zufrieden”, sagte der 22-jährige Kärntner, der in der Gesamtwertung auf Rang acht landete.

Martin Koch, in Garmisch Fünfter, klassierte sich nach Sprüngen auf 130,5 und 134,5 m auf Platz neun. “Das war eine gute Steigerung. Den letzten Sprung der Tournee habe ich genossen”, betonte der Skiflug-Vizeweltmeister aus Kärnten. Lokalmatador Markus Eggenhofer (127/125,5) machte als 24. neuerlich Weltcup-Punkte. Balthasar Schneider, Bastian Kaltenböck (beide 121,5) und Daniel Lackner (121) hatten es nicht ins 30er-Finale geschafft.

Es war der erste Tournee-Gesamtsieg für Österreich seit neun Jahren, als der Tiroler Andreas Widhölzl (1999/2000) die Traditionsveranstaltung für sich entschieden hatte. In Summe war es der zehnte ÖSV-Tournee-Triumph. Loitzl ist nach Sepp Bradl (1953), Willy Pürstl (1974/75), Hubert Neuper (1979/80 und 1980/91), Ernst Vettori (1985/86, 1986/87), Andreas Goldberger (1992/93 und 1994/95) sowie Widhölzl der siebente Österreicher, der die Vierschanzen-Tournee gewonnen hat.

 

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