Lockdown-Verlängerung kostet Handel 1 Milliarde Euro extra

Jeder Schließtag kostet Handel und Gastro Millionen
Jeder Schließtag kostet Handel und Gastro Millionen ©APA (dpa)
Der dritte Lockdown wird sich auch für den Handel um eine Woche bis voraussichtlich 24. Jänner verlängern.
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Allein die Verlängerung von 17. auf 24. Jänner schlage sich mit einem Umsatzminus von bis zu einer Milliarde Euro zu Buche, so der Handelsverband am Montag. WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik fordert, dass die wirtschaftlichen Einbußen "angemessen" abgefedert werden müssen.

Saisonware unverkäuflich

Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will spricht von einer "Hiobsbotschaft", dem österreichischen Handel entgingen durch den dritten Lockdown Umsätze im Ausmaß von knapp 4 Mrd. Euro. "Der Jänner ist traditionell für den Handel ein wichtiger Verkaufsmonat, da die Bevölkerung nach Weihnachten Geld- und Gutscheingeschenke einlöst und Waren umtauscht", sagte Will in einer Aussendung. Zumindest zwei Drittel der entgangenen Umsätze im Einzelhandel seien unwiederbringlich verloren. Saisonaler Warenbestand werde de facto unverkäuflich.

Handelsobmann Trefelik kritisiert das "politische, parteipolitische Ping-Pong" auf dem Rücken der Betriebe. Den Handelsunternehmen würde "langsam die Luft ausgehen". Der Interessenvertreter fordert auch eine kurz- und mittelfristige Planungssicherheit für die Betriebe. Offen sei zudem die Ausgestaltung der Coronahilfen für mittelbar von der Coronakrise betroffene Zulieferunternehmen.

SPÖ in "Freitesten"-Konzept eingebunden

Auch Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und Gastronomievertreter kritisieren die "Freitesten"-Blockade der Oppositionsparteien. "Die Betriebe haben alle Vorkehrungen und Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um am 18. Jänner wieder aufsperren zu können. Jetzt werden sie von der Opposition in einen eine Woche länger dauernden Lockdown gezwungen", sagte die Tourismusministerin. Die SPÖ sei beim "Freitesten"-Konzept "von Anfang an eingebunden" gewesen", auch Vorschläge seien berücksichtigt worden, dennoch blockiere die SPÖ den Vorschlag im Bundesrat.

Die Betriebe sind über die Verlängerung des Corona-Lockdowns verärgert. "Die Gastronomie und Hotellerie als Spielball der Oppositionspolitik, das ist nicht in Ordnung", sagte WKÖ-Gastronomieobmann Mario Pulker zur APA. "Es geht um die Existenz von Zehntausenden Betrieben mit vielen Mitarbeitern." In den Betrieben seien bereits die Vorbereitungen zur Wiedereröffnung gelaufen.

Der Gastrovertreter appellierte an die Bevölkerung, dennoch an Corona-Tests teilzunehmen. "Die Gastronomie und Hotellerie kann nur gesichert aufsperren, wenn sich so viele wie möglich testen lassen." Auch internationale Gäste würden nur nach Österreich kommen, wenn sich die Lage bei Corona-Neuinfektionen entspanne.

Deckelung bei Umsatzersatz

Schon der fast drei Wochen andauernde Lockdown kurz vor Weihnachten hat die Handelsbranche in der für sie wichtigsten Jahreszeit schwer getroffen. Der Handelsverband drängt deshalb auf weitere staatliche Hilfen. Die 800.000 Euro Deckelung beim Umsatzersatz müsse fallen und der Ersatz müsse auch für den gesamten dritten Lockdown ausbezahlt werden, fordert Will.

Ein vierter Corona-Lockdown müsse unbedingt vermieden werden. Die Interessenvertretung hält eine maximale Aufenthaltsdauer im Geschäft für vorstellbar, um das Infektionsrisiko weiter zu reduzieren. Außerdem brauche es auch für die Beschäftigten im Lebensmittelhandel, die zur kritischen Infrastruktur zählen, eine klare Impfstrategie. Der Handelsverband habe hierzu bereits Gespräche mit der Bundesregierung aufgenommen.

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(APA)

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