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Länger schuften bis zur Pension

©APA
Das gesetzliche Pensionsantrittsalters von derzeit 65 Jahren soll „um ein bis zwei Jahre“ erhöht werden, meint der Gouverneur der ­Oesterreichischen Nationalbank (OENB) und EZB-Rat Ewald Nowotny.
Pröll zeigt sich skeptisch

Die Anhebung soll nicht sofort, sondern in „sieben bis zehn Jahren erfolgen“. Nowotny begründet die Anhebung mit dem Hinweis auf die Situation der Wirtschaft und der durch Krisenmaßnahmen eingetretenen hohen Verschuldung der Staaten. Es gehe darum, die Defizite zu reduzieren, aber auch um „längerfristige Strukturaspekte, die mit der Frage der demographischen Entwicklung, der höheren Lebenserwartung“ zusammenhängen. Es müssten alle Maßnahmen zu einer längeren Beschäftigung vor allem bei Frauen und zu einer Erhöhung des Pensionsantrittsalters gesetzt werden. In einigen Jahren könnte auch die Situation am Arbeitsmarkt sich so weit gebessert haben, dass die Beschäftigung älterer Personen leichter sei.

Pröll: „Lücken schließen“

Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) zeigt sich skeptisch bezüglich einer Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters. „Meine Priorität ist klar. Es gibt viele Ausnahmen und Lücken im Pensionssystem, die gilt es zu schließen.“ Das faktische Pensionsantrittsalter, das deutlich unter 60 Jahren liege, müsse angehoben werden, „das ist Aufgabe genug“. Es wäre ein großer Erfolg, das tatsächliche an das gesetzliche Pensionsalter heranzuführen, sagte Pröll gestern am Rande des EU-Finanzministerrats in Brüssel.

Alternatives BZÖ-Modell

BZÖ-Obmann Josef Bucher weist den Vorschlag von Nowotny ebenfalls zurück und fordert eine Gesamtreform des Pensionssystems. Bucher propagierte neuerlich sein Modell eines Pensionskontos, mit dem jeder selbst entscheiden könne, wann um mit welcher Pension er in Rente gehe. Darin wird die Koppelung von Alters- und Arbeitsjahren abgelehnt. „Jeder soll selbst entscheiden können, wann und mit welcher Pension er in Rente geht“, so der Bündnisobmann. Deshalb wurde das BZÖ-Pensionskonto entwickelt. „Es ist transparent und gibt jedem Werktätigen klare Auskunft darüber, wie viel Pensionsanspruch bereits „erarbeitet“ wurde. Wer länger arbeitet, erhält mehr Pension, wer früher in Pension gehen will, kann dies mit geringeren Bezügen jederzeit tun. Das ist nicht nur transparent, sondern auch fair und zukunftssicher“, erklärt Bucher das System, bei dem Kindererziehungszeiten und Schwerarbeit entsprechend berücksichtigt werden.

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