Claudia aus Hohenems erzählt: So verlief meine Corona-Erkrankung

Claudia Kadur gehört nicht zur Risikogruppe, trotzdem traf sie Covid-19 schwer.
Claudia Kadur gehört nicht zur Risikogruppe, trotzdem traf sie Covid-19 schwer. ©Facebook/Kadur
Pascal Pletsch (VOL.AT) pascal.pletsch@russmedia.com
Claudia Kadur aus Hohenems ist jung und gehört zu keiner Risikogruppe. Trotzdem musste sie nach der Infektion mit dem Coronavirus ins Krankenhaus. Uns erzählte die Fotografin im Livetalk, wie die Erkrankung sich bei ihr zeigte.

"Es war an einem Samstag, als ich bei der Arbeit merkte, dass etwas nicht stimmt", erzählt Kadur. Sie habe das Gefühl gehabt, Fieber zu haben. Nach dem Griff zum Fieberthermometer bestätigte sich ihr Verdacht. Nach und nach kamen dann noch quälende Rückenschmerzen hinzu. Husten hatte sie erstmal nicht. Da ihre Temperatur immer wieder in die Höhe schnellte, rief sie bei ihrem Hausarzt an, der ihr empfahl, sich bei der Gesundheitshotline 1450 zu melden. Sie wurde darüber informiert, dass sie nicht getestet werden, weil sie weder in einem Risikogebiet war noch mit einer erkrankten Person Kontakt hatte.

Starke Rückenschmerzen

Sie bekam Medikamente gegen das Fieber und die Rückenschmerzen verschrieben, die sie einnahm. Als ihr Zustand sich Tage später noch immer nicht gebessert hatte, rief sie nochmal bei 1450 an. Dieses Mal schickte man sie in das Infektionszentrum in Dornbirn. Die Fotografin, die eigentlich bei bester Gesundheit ist, konnte zu diesem Zeitpunkt weder lange stehen noch sitzen.

Ihre Verfassung war so schlecht, dass man sie ins LKH Hohenems transportierte, wo sie auf Covid-19 getestet wurde. Einen Tag später kam dann das positive Ergebnis. Husten hatte sie an diesem Zeitpunkt noch immer nicht. "Der kam dann erst, als ich ein paar Tage im Krankenhaus war. Der Husten war aber wirklich sehr leicht", erzählt die Hohenemserin. Die schlimmsten Symptome für Kadur waren das Fieber und die Rückenschmerzen, die sie auch noch die ersten Tage im Krankenhaus begleiteten. Auch den oft beschriebenen Geschmacksverlust beobachtete sie an sich. Atemnot hatte sie während der gesamten Erkrankung nicht, allerdings wurde ihr bei einem Lungenröntgen klar, dass etwas nicht in Ordnung ist. "Ich konnte während des Röntgens die Luft nicht anhalten", so Kadur im Gespräch mit VOL.AT.

Sorgen

Doch etwas war noch schlimmer als die Symptome: Die Sorge jemand anderen angesteckt zu haben. Zwei Personen in Kadurs Familie zählen nämlich zur Risikogruppe: ihre demente Mutter und ihre behinderte Schwester. 14 Tage lang bangte die Hohenemserin um die Gesundheit der beiden. Immerhin hatte sie in den Tagen vor ihrer Erkrankung engen Kontakt mit ihrer Familie. Mittlerweile ist aber klar: Weder ihre Mutter noch ihre Schwester oder der Rest ihrer Familie hat sich angesteckt.

Nach einer Woche im Krankenhaus und zwei aufeinanderfolgenden fieberfreien Tagen durfte Kadur das Krankenhaus verlassen. Sie gilt nun zwar als geheilt, ist aber noch bis Freitag behördlich unter Quarantäne gestellt. Auch die Nachwirkungen der schweren Erkrankung stecken ihr noch in den Knochen. "Mittlerweile bin ich fast ganz wieder da, aber in der ersten Woche zu Hause war ich noch sehr vom wochenlangen Fieber gezeichnet", verdeutlicht die Fotografin.

Ansteckung im Supermarkt?

Wie sie sich angesteckt hat, kann Kadur noch immer nicht genau sagen. Sie hat aber einen Verdacht. "Als ich Tage zuvor einkaufen war, hat eine Jugendliche mich wirklich direkt angehustet und gelacht", erzählt sie. Sie dachte damals, es sei vielleicht ein Scherz der jungen Frau gewesen. Ob die Erkrankung wirklich daher kommt, wird sie aber nie erfahren.

Deshalb auch ihr Appell an alle Vorarlberger, die Covid-19 verharmlosen. "Ich bin ein gesunder Mensch und trotzdem hat es mich so hart getroffen. Das kann jedem passieren, egal wie alt oder gesund er ist." Sie ruft dazu auf, die Schutzmaßnahmen der Regierung zu befolgen und Abstand vor anderen zu halten. Nur so kann man selbst verhindern, dass man selbst oder seine Liebsten schwer an Covid-19 erkranken.

(Red.)

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