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Dr.-Toni-und-Rosa-Russ-Preis 2018 geht an George Nussbaumer

George Nussbaumer geehrt.
George Nussbaumer geehrt. ©VOL.AT/Ländle-TV
Bregenz - Am 3. September wurde in Bregenz der der 49. Dr. Toni-und-Rosa-Russ-Preis und -Ring verliehen. VOL.AT übertrug im Livestream.
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Sänger und Komponist George Nussbaumer erhält den Dr.-Toni-und-Rosa-Russ-Preis und -Ring 2018. Dass George Nussbaumer (55) ein guter Mensch ist, wissen alle, die mit ihm zu tun haben. „Er schlägt kein Anliegen aus, wenn es um ehrenamtliches Engagement für Menschen mit Behinderungen geht“, sagt sein Freund Günter Lampert (76), selbst Russ-Preisträger, über ihn. Der blinde Sänger und Komponist, der mit seiner ausdrucksstarken Stimme tief in Herzen und Gemüter vorstößt, empfindet seine wohltätigen Aktivitäten als etwas Unspektakuläres. „Ich gehe aufmerksam durchs Leben und komme dabei immer wieder an Punkte, wo ich sagen muss: Da muss ich doch was tun.“

Klar bringt George seine Hilfsbereitschaft und sein Engagement für Inklusion auch in Verbindung mit seinem eigenen Handikap. „Wenn du dich selber in Abhängigkeiten befindest, schlüpfst du auch gerne in die Geberrolle. Aber ich habe deswegen nie in die Welt hinausgerufen: ‚Hallo Leute, wenn jemand g’rad Hilfe braucht, kommt einfach zu mir.‘“ George sieht das praktisch: „Es muss immer jemanden geben, der jemand anderem die Räuberleiter macht.“

Halbvolles Glas

Wenn George Nussbaumer so redet, lacht er dazu gerne und herzhaft. „Ja, ich habe eine positive Grundhaltung zum Leben. Für mich ist ein Glas immer halbvoll statt halbleer. Ich will mich freuen, wenn ich ein paar Tage Ferien mache. Und nicht gleich denken: Ich hab’ nur ein paar Tage Ferien. Ich will Genussstimmung statt Jammerstimmung.“

George Nussbaumer hat in seinem ungewöhnlichen Leben immer die Sonnenseite entdeckt. Obwohl er nicht sehen kann. Im Alter von vier Monaten stellten die Ärzte bei ihm einen sogenannten Netzhautkrebs fest. Die Blindheit zwang den kleinen George in ein Leben, an dem andere vielleicht zerbrochen wären. Er war sechs, als man ihn in die Blindenschule nach Innsbruck schickte. „Ich kam damals nur drei Mal im Jahr nach Hause.“ Mit acht schickte man ihn in eine ähnliche Einrichtung nach Fribourg in die Schweiz. „Von da durfte ich öfter nach Hause.“ Denn zu Hause war Georg sehr gerne. „Ich hatte eine liebevolle Familie. Mir ging es bei den Eltern und den vier Geschwistern wirklich gut.“

Der Weg zum Profi

Die Liebe zur Musik erreichte den Knaben früh. In Fribourg sang er in Chören, lernte Klavier. Und als er dann viel später bei seinem Vater eine Masseurlehre begann, war George schon längst ein Gespaltener. Am Tag massieren, am Abend musizieren: Das ging nicht lange gut. „1988 beschloss ich, professioneller Musiker zu werden. Ich wusste, dass das nicht leicht wird, aber es war die richtige Entscheidung“, sagt der einfache Vater und zweifache Großvater noch heute mit dem Brustton der Überzeugung.

Die Geschichte gibt ihm recht. Der gebürtige Dornbirner wurde zu einer der Blues- und Soulstimmen im Land. Egal ob allein oder mit Band: George Nussbaumer eroberte die Herzen der Menschen. Sein Humor und seine gewinnende Art taten ein Übriges. Legendär sind die Auftritte mit Georges Bruder im Blues, Bernie Weber, ebenso seine jüngste Produktion als einer der Baggerboys mit Uli Troy und Wolfgang Verocai. Unvergessen ist auch sein Kabarett „Blindflug“ mit Stefan Vögel. Zu nationaler Berühmtheit und internationaler Anerkennung brachte es George Nussbaumer durch seinen Auftritt für Österreich beim Eurovision Song Contest 1996 in Oslo mit dem Ohrwurm „Weil’s dr guoat got“.

Begegnungen

George Nussbaumer steht auf der Bühne oft im Mittelpunkt. „Aber das Miteinander bei der Musik ist mir viel wichtiger. So wie das Miteinander im normalen Leben. Für mich bedeuten Begegnungen mit Menschen soziales Engagement und bewahren mich vor dem totalen Eintauchen in die digitale Welt. Wir brauchen heutzutage mehr denn je ein analoges Networking – wenn man das so bezeichnen will.“

Es seien die Menschen in den direkten Begegnungen, die ihm helfen würden, viele seiner Ideen zu realisieren. „Mir kommen ja so viele Ideen speziell vor dem Einschlafen. Aber beim Umsetzen tu’ ich mir dann eher schwer. Dann bin ich froh, wenn ich Freunde um mich habe, die mich unterstützen.“

Musikalisch hat sich George Nussbaumer vom reinen Soul- und Bluesfreak in die Breite entwickelt. „Mir gefällt mittlerweile vieles: Country, Folk, Klassik.“ Was ihm nicht gefällt, ist das „Junk Food“ in der Musik. „Davon gibt es genug. Musik wird Junk Food vor allem dann, wenn sie schlecht präsentiert wird. Das ist unabhängig vom Genre.“

Riesige Freude

Über die Auszeichnung mit dem Dr.-Toni-Russ-Preis und -Ring freut sich George Nussbaumer riesig. „Ich konnte es nicht glauben, als mir VN-Chefredakteur Gerold Riedmann dies mitteilte.“ Er sieht diesen Preis als Auszeichnung nicht nur für sich, „sondern auch für all die Menschen, die mich in meinem Leben begleitet und unterstützt haben“.

Die Herausgeber und die Redaktion der Vorarlberger Nachrichten sowie die bisherigen Trägerinnen und Träger des Dr.-Toni-Russ-Preises und -Rings zeichnen heuer den bereits 49. Preisträger mit dieser Ehrung aus.

Zur Person

George Nussbaumer
Geboren: 23. Mai 1963
Wohnhaft: Alberschwende
Familie: Vater einer Tochter, zweifacher Großvater
Beruf: Musiker
Hobbys: Geselligkeit, Musik
Lieblingsspeise: ein saftiges Steak

(VN/Red.)

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