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Soziale Unternehmen im Kampf gegen Arbeitslosigkeit

AQUA Mühle
AQUA Mühle ©Auch in der aktuellen Situation tragen langzeitarbeitslose Menschen in den sozialen Betrieben zu wichtigen Aufgaben für die Gesellschaft bei
Der Verband arbeit plus Soziale Unternehmen hat vor einer dramatischen Zunahme der Langzeitarbeitslosigkeit durch die Corona-Pandemie gewarnt.

Am heutigen „Tag der Arbeitslosen“ informiert er über den Stand der gemeinsamen Gespräche mit dem Land Vorarlberg und dem AMS.

Die Zahl der Arbeitslosen in Vorarlberg ist gegenüber dem Vorjahr per Ende März 2020 um 80 Prozent gestiegen. „Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: Knapp 2.700 Personen suchen schon länger als ein Jahr nach Arbeit – und aufgrund der Pandemie rechnen wir mit einem weiteren Anstieg dieser Zahl“, erklärt Bernhard Bereuter, Geschäftsführer des AMS Vorarlberg.

„Ältere Arbeitskräfte, Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Geringqualifizierte sind jetzt besonders gefährdet, aus dem Arbeitsmarkt zu fallen. Erste Auswertungen der Universität Wien zeigen, dass vor allem diese Gruppen kaum die Möglichkeit haben, im Homeoffice weiterzuarbeiten und deswegen als erste von Kündigungen betroffen sind. Für diese Menschen möchten wir jetzt Lösungen erarbeiten, die für sie funktionieren, der Wirtschaft und somit der Gesellschaft als Ganzes nützen.“

Beschäftigungsmodelle gegen Langzeitarbeitslosigkeit

Um negative Entwicklungen abzufedern, haben der Verband arbeit plus, Wirtschaftslandesrat Marco Tittler und das AMS für Mitte Mai 2020 gemeinsame Gespräche anberaumt. Ziel ist es, sich auf veränderte Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt einzustellen und entsprechende Modelle bereitzustellen. „Wir wollen möglichst viele Menschen in stabile Beschäftigungsverhältnisse führen und dafür passende Lösungen anbieten“, so Landesrat Tittler.

„Der zweite Arbeitsmarkt bietet geförderte Arbeitsplätze für Benachteiligte. Dieses Angebot sollte, konjunkturunabhängig, langfristig stabilisiert werden, da die Langzeitarbeitslosigkeit bleibt, auch wenn es der Wirtschaft wieder besser geht“, erklärt die freischaffende Sozialwissenschafterin Eva Häfele, die auch Autorin mehrerer Sozialstudien zum Thema Arbeit ist.

Die Mitgliedsbetriebe von arbeit plus – AQUA Mühle, Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte, Integra, carla – Caritas Vorarlberg und die Dornbirner Jugendwerkstätte, beschäftigen, qualifizieren und vermitteln langzeitarbeitslose Menschen. „Es braucht jetzt angepasste Angebote in der aktiven Arbeitsmarktpolitik und neue Perspektiven für Menschen, die ihren Job verloren haben. Die Zusammenarbeit der sozialen Betriebe mit dem AMS und dem Land ist wichtig und wertvoll“, unterstreicht Harald Moosbrugger, Leiter der Abteilung für Allgemeine Wirtschaftsangelegenheiten des Landes.

Menschen beschäftigen

„Wir erbringen auch jetzt wichtige Leistungen für das Gemeinwohl, wie z. B. in der Altkleidersammlung, Objektreinigung von Sozialzentren oder der Schutzmaskenproduktion, um nur einige zu nennen. Unsere Betriebe können Arbeitslosigkeit abfedern. Als direkter Zulieferer der Vorarlberger Wirtschaft können wir aber auch die Wertschöpfung im Land steigern. In Bezug auf die Covid-Krise könnten wir beim Zurückholen von systemrelevanten Produkten und Dienstleistungen einen wichtigen Beitrag leisten – beispielsweise bei der Endfertigung von medizinischen Textilien wie den Schutzmasken, der Verstärkung der Nahversorgung oder der regionalen Landwirtschaft“, erklärt Florian Kresser, der Geschäftsführer von AQUA Mühle und Obmann von arbeit plus Vorarlberg.

„Wir brauchen langfristige Beschäftigungsangebote, die zugleich Gemeinwohl schaffen. Es ist viel sinnvoller, den Unternehmern Lohnkosten zu fördern als Menschen den Lebensunterhalt während der Arbeitslosigkeit zu finanzieren – an solchen Problemstellungen werden wir intensiv arbeiten“, so Florian Kresser.

In Vorarlberg nützen zahlreiche Unternehmen, Institutionen und Bürger die Leistungen der sozialen Mitgliedsbetriebe – sie übernehmen insbesondere Aufgaben, die im Land regulär nur schwer erfüllbar wären.

Zahlen, Daten, Fakten – arbeit plus Soziale Unternehmen Vorarlberg

  • Mitgliedsbetriebe: AQUA Mühle, Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte, Integra, carla – Caritas Vorarlberg, Dornbirner Jugendwerkstätte
  • Betreute 2019: über 3.000 Männer, Frauen und Jugendliche
  • Betreuungsangebot: diverse gemeinnützige Tätigkeiten in befristeten Dienstverhältnissen, Arbeitstrainings, Qualifizierungsangebote, Schulungen, persönliche Unterstützung durch SozialarbeiterInnen

(Red.)

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