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Lingenau/Langenegg: Untersuchung zu Fehlbildungen eingestellt

Laut Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP) besteht keine Gefahr für die Bevölkerung.
Laut Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP) besteht keine Gefahr für die Bevölkerung. ©VOL.AT bzw. Bilderbox
In den zwei Bregenzerwälder Gemeinden Lingenau und Langenegg treten bei neugeborenen Kindern gehäuft Fehlbildungen an Armen auf. Das Land Vorarlberg hat die Untersuchungen zu dem Fall nun ungelöst abgeschlossen, wie der "ORF" berichtet.
Gehäufte Zahl an Fehlbildungen gibt Rätsel auf

Mehrere Monate wurde nach den Ursachen für die Fehlbildungen bei Kindern in Lingenau und Langenegg geforscht. Nun wurden die Untersuchungen abgeschlossen. Zwar ist die Ursache nach wie vor unklar. Laut Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP) besteht aber keine Gefahr für die Bevölkerung. Analysiert wurden laut “ORF” 500 chemische Elemente und Verbindungen aus allen gesundheitsrelevanten Substanzgruppen, davon 300 Wirkstoffe aus Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln aus der Landwirtschaft. Überdies Schwermetalle, Antibiotika, sonstige Medikamente, Kohlenwasserstoffe und radioaktive Substanzen. Doch die Ergebnisse blieben unbedenklich. “Das konkret wichtige Ergebnis ist, dass es keinen Hinweis für eine Ursache, die aus der Umwelt stammt, gibt, und dass keine Maßnahmen gesetzt werden müssen, um Menschen zu schützen”, sagt Gesundheitslandesrat Bernhard.

Jedes hundertste Kind betroffen

Von 600 Kindern, die in den vergangenen 33 Jahren in den beiden Nachbarkommunen zur Welt kamen, weisen sechs eine Dysmelie (Fehlbildung einer oder mehrerer Gliedmaßen) auf. Statistisch gesehen heißt das, dass eines von 100 Neugeborenen diese Missbildung hat. International ist lediglich eines von 20.000 neugeborenen Kindern betroffen.

Nachdem Annette Sohler, Bürgermeisterin von Lingenau, an das Land herangetreten war, wurden umfassende Untersuchungen eingeleitet. “Wir haben uns als erstes die Umwelteinflüsse vorgenommen. Gefunden haben wir aber nichts, das Trinkwasser ist sauber”, sagte Bernhard damals.

Fragebogen sollte Ansatzpunkte bringen

In einem zweiten Schritt arbeitete eine dreiköpfige Expertengruppe aus dem Land einen Fragebogen aus. Dieser wurde den betroffenen Familien vorgelegt, um weitere Ansatzpunkte zu erhalten. “Dabei geht es etwa darum, wie die verwandtschaftlichen Verhältnisse sind oder welche Medikamente genommen wurden”, erklärte Bernhard. Diese Fragebogen wurden von einem Spezialinstitut in Deutschland unter die Lupe genommen.

Gen-Screening abgelehnt

Wie der ORF berichtet, blieben nur noch zwei Erklärungen: Entweder handle es sich um einen statistischen Ausreißer, oder es müssten genetische Hintergründe vorliegen. Um dies allerdings herauszufinden, müssten sich die betroffenen Familien einem genetischen Screening unterziehen. Dies wurde von den Familien aber bereits abgelehnt.

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