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Lindsey Vonn nicht zu schlagen

Die US-Amerikanerin Lindsey Vonn blieb auch am Samstag in der Abfahrt in Crans Montana das Maß aller Dinge.  | RTL der Herren an Ligety | 

Lindsey Vonn ist drauf und dran, kommende Woche mit einem bequemen Punktepolster zum großen Weltcupfinale nach Bormio zu kommen. Die 23-jährige US-Amerikanerin gewann am Samstag souverän und mit 0,61 Sek. Vorsprung auf Renate Götschl auch die vorletzte Saison-Abfahrt in Crans Montana. Weil Nicole Hosp über Platz 27 nicht hinauskam, führt Vonn vor der Superkombi am Sonntag dank ihrer sechs Saisonsiege in der Gesamtwertung bereits 150 Punkte vor der Tirolerin.

Obwohl die anspruchsvolle “Piste Nationale” im Wallis bei ihrem Weltcup-Comeback wegen Nebels verkürzt worden war, fuhr Vonn einmal mehr in einer eigenen Liga. Hatte sie vor zwei Wochen in Kanada nach einem groben Fehler den Sieg noch der Schweizerin Nadia Styger um eine Hundertstel überlassen müssen, brachte die in Park City lebende Jung-Ehefrau dank ihrer überragenden Fitness diesmal alles in trockenen Tüchern nach Hause. Selbst Speed-Queen Götschl (“Die Bedingungen haben sich ständig verändert. Es war nicht einfach”), die ihren dritten Saison-Podestplatz herausfuhr, wurde klar distanziert. Die ÖSV-Damen sind damit in der einstigen Paradisziplin weiter sieglos, hinter Götschl war Elisabeth Görgl als 13. zweitbeste Österreicherin.

Hosp wiederum steht Sonntag in der dritten und letzten Super-Kombination der Saison bereits mit dem Rücken an der Wand. Trotz der Absage der Technik-Rennen in Zwiesel war die Tirolerin mit nur 54 Zählern Rückstand in die Schweiz gekommen, auf der unruhigen und schlagigen Strecke, auf der man aus Sicherheitsgründen einen Sprung abgegraben und ein Tor versetzt hatte, kam die Allrounderin aus Bichlbach über Platz 27 aber nicht hinaus. Damit liegt Hosp nun bereits mehr als einen Sieg zurück. Die Deutsche Maria Riesch (“Ich habe oben zu viel Zeit verloren, um Lindsey zu gefährden”) wurde wenigstens Fünfte und liegt ihrerseits nur noch 27 Zähler hinter Hosp.

Trotz der Sicherheits-Aktionen gab es auf dem schnellen Schnee bei wechselhafter Sicht einige Stürze, und viele Läuferinnen bewahrten nur akrobatische Einlagen vor bösen Folgen. Auch Vonn hatte ihre Probleme. Dank ihrer Unerschrockenheit zog sie aber auch beim schwierigen Sprung ihre Linie messerscharf durch und bewies einmal mehr, dass ihr bei einer (fast) fehlerfreien Fahrt derzeit keine das Wasser reichen kann. Es war nicht einmal ihr größter Vorsprung in dieser Saison. In Sestriere hatte sie mit 0,62 Sek. Vorsprung gewonnen, in Lake Louise mit 0,78 Sek. und in Cortina sogar mit 0,83.

Mit ihrem 13. Weltcup-Sieg, dem zehnten in der Abfahrt hat Vonn damit als erfolgreichste US-Abfahrerin ihr Idol Picabo Street überflügelt. “Ich hatte die Abfahrts-Kugel zwar schon in der Tasche, war aber trotzdem nervös, weil ich noch um den Gesamtsieg kämpfe. Das ist eine neue Situation für mich, und ich weiß noch nicht so genau, wie ich damit umgehen soll”, gestand Vonn.

Die ehemalige Lindsey Kildow ist dem ersten Gesamtsieg einer US-Amerikanerin seit 25 Jahren (Tamara McKinney 1983) nun wieder ein Stück näher gekommen. Trotzdem beharrte sie: “Ich bin im Wettbewerb mit zwei großen Skifahrerinnen. Man darf Niki und Maria nicht abschreiben.”

Bevor es beim Finale in Italien um alles geht, kommt es schon am (morgigen) Sonntag zur nächsten Kugel-Entscheidung. Riesch (180) führt vor der dritten und letzten Superkombi des Jahres 40 Zähler vor Vonn (140). Nur wenn beide ausfallen sollten, hätte Vonns US-Landsfrau Julia Mancuso (96) mit einem Sieg ebenfalls noch eine Chance auf die Kugel.

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