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Lieder die glücklich machen

Schwarzenberg - Zwei verschiedene Konzerte innerhalb von drei Tagen. Christoph Pr-gardien, einer der führenden lyrischen Tenöre unserer Zeit, zeigte sich in Topform.

Vor allem seine „Winterreise“ war von umwerfender Eindringlichkeit: Perfekter, intensiver, dabei menschlich berührender kann dieser Schubertzyklus nicht gelingen.

Dieses Werk, gesteht Pr-gardien im „VN“-Gespräch, sei eine lebenslange Herausforderung: „Man bekommt mit der Zeit immer wieder neue Einsichten. Dieser Abend war für mich so besonders, weil er bei der Schubertiade stattfand und weil sehr vieles gestimmt hat, obwohl ich noch am Abend zuvor in Kufstein aufgetreten bin. Ich war, was selten der Fall ist, glücklich nach dieser ÁWinterreiseÑ.“

Pr-gardien nähert sich Schuberts existenziellem Seelendrama zwar mit hohem Intellekt, scheut sich aber nicht, auch eine gute Portion sehr persönlicher Emotionen einzubringen. Er durchlebt, durchleidet diesen Zyklus fast körperlich, seine Auflehnung gegen das Schicksal jedoch mündet nicht in resignative Ergebenheit.

Diesen Interpretationsansatz hat sich Pr-gardien zuletzt erarbeitet: „Auch der ÁLeiermannÑ ist für mich kein Sinnbild des Todes, sondern ein Symbol dafür, dass sich danach eine neue Dimension, vielleicht sogar ein neues Leben eröffnen kann.“ Er geht stimmlich und im Ausdruck an Grenzen, zeigt dabei, welche individuellen Freiheiten in diesem Zyklus möglich sind. Und besticht natürlich immer wieder mit seiner traumhaften Pianokultur („Wasserflut“).

Die Klavierbegleitung hat man schon perfekter gehört als von Andreas Staier, aber kaum einsatzfreudiger und spontaner.

Raritäten am Sonntag

Wer glaubte, nach solcher Höchstleistung werde der gestrige „normale“ Liederabend für den Sänger zum gemütlichen Spaziergang, hatte sich getäuscht. Im ersten Block mit Mozart brauchte Pr-gardien eine kleine Anlaufzeit, bis er wiederum seine gewohnte Form erreichte. Das mag auch mit dem weniger bekannten Repertoire zusammenhängen, das er teils nach Noten sang.

Dafür konnte man etwa reizende, selten gesungene englische Haydn-Lieder entdecken, denen er elegante Leichtigkeit verlieh. Oder weniger Bekanntes auch von Schubert, dessen dunkle Seiten Pr-gardien besonders zu lieben scheint. Im zentralen Beethoven-Zyklus „An die ferne Geliebte“ bewunderte man die großen Legatobögen, die kluge Diktion und das dank makelloser Technik schier endlose Strömen seiner kostbaren Stimme. Andreas Staier war ihm ein mitgestaltender Weggefährte.

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