AA

Liebherr Nenzing baut leistungsstärksten Kran

Der neue Liebherr-Offshorekran MTC 78000 markiert den Einstieg der Firmengruppe in ein neues Marktsegment von Schwerlastkranen für den Offshoreeinsatz.

Der MTC 78000 ist einer der weltweit größten Offshore-Drehkrane, der mit konventioneller Großwälzlagertechnologie konstruiert ist. Mit einem maximalen dynamischen Moment von 78.000 mT ist der MTC 78000 zudem das leistungsstärkste Gerät innerhalb des umfangreichen Kran- und Umschlaggeräteprogramms der Firmengruppe Liebherr. Bisher konnten bereits Auftragseingänge für vier Exemplare des neuen Großkrans verzeichnet werden.

Maximale Traglasten bis zu 2000 Tonnen

Der MTC 78000 erreicht eine maximale Traglast von 1.600 t bei einem Arbeitsbereich von bis zu 35 m Ausladung. Dies entspricht einem maximalen dynamischen Moment von 78.000 mT, wobei der Kran noch volle 360° drehbar ist. Bei der im Haupthub maximalen Ausladung von 74 m erzielt der Kran eine Tragfähigkeit von immer noch knapp 530 t. Die Auslegerlänge der derzeit im Auftragsbestand befindlichen Krane liegt bei 87 m. Zusätzlich zum Haupthub verfügt der MTC 78000 über zwei Hilfshübe mit Traglasten von bis zu 500 t bzw. 50 t.

Das Eigengewicht des neuen Großkrans liegt bei 1.420 t ohne die Grundsäule, welche je nach Ausführung nochmals ca. 300 t wiegen wird.

Einzigartige Leistungsmerkmale

Die aus Kundenanforderungen abgeleitete Krangröße des MTC 78000 bedeutet für Liebherr eine neue Dimension in der Produktentwicklung. Dabei setzt die Krankonzeption auf modernste Antriebstechnik. Das Antriebskonzept basiert auf einem elektrohydraulischen Antrieb mit einer installierten Leistung von 8 x 500 kW oder 4 MW. Die beiden Hauptwinden liefern einen Seilzug von 500 kN (50 t) bei 48 mm Seildurchmesser.

Da der Kran primär auf mobilen Installationen eingesetzt werden soll, gehörte die Minimierung der Eigenmasse zu den konstruktiven Vorgaben. Um dieser Forderung Rechnung zu tragen, wird für den tragenden Stahlbau ausschließlich hochfester Feinkornstahl mit einer Streckgrenze von 690 N/mm² eingesetzt.

Zu den wichtigsten Kriterien bei der Konstruktion des neuen Offshorekrans gehören die hohen Sicherheitsstandards. Zur Standardausführung des MTC 78000 gehört die bewährte Litronic-Steuerung mit integrierter Last- und Ausladungsanzeige sowie automatischer Lastmomentbegrenzung. Hinzu kommen spezielle Überlastsicherungen, die entweder elektronisch ausgelöst werden (AOPS „automatic overload pro-tection system“) oder manuell betätigt werden (MOPS „manual overload protection system“). Der Kran verfügt am Hilfshub über einen Konstantzug, der bei Seegang auf das Hubseil eine Zugkraft ausübt und damit sicherstellt, dass der Haken der sich bewegenden Last folgt.

Flexibler Einsatz als Schwerlastkran und für Offshore-Windparkeinsätze

Zwei der bestellten Exemplare des MTC 78000 werden als Schwerlastkran bei der Überholung bzw. Erneuerung bereits bestehender Offshore-Plattformen zum Ein-satz kommen. Haupteinsatz ist die Montage und Demontage von Hauptkomponenten wie Bohrturm, Unterkunftsmodul oder diverse Produktionsmodule. Auch für die Umrüstung von Plattformen von Öl- zu Gasproduktion oder umgekehrt werden die Krane eingesetzt und sind hierzu auf einem eigens für diese Einsätze ausgelegten Kranschiff montiert. Weltweit sind etwa 300 solcher speziell für den Kraneinsatz konzipierten Schiffe im Einsatz. Dabei folgt das Schiffsdesign den aus der Spezifikation des Krans abgeleiteten Erfordernissen.

Die weiteren zwei MTC 78000 des aktuellen Auftragsbestandes liefert Liebherr für den Einsatz auf „Jack-Up-Bargen“ für die Montage von Windkraftanlagen der 5 Megawatt-Klasse. Die Schwerlasteinsätze beinhalten die Installation von bis zu 1.400 t schweren Tripod-Fundamenten sowie die Montage von Einzelkomponenten mit einem Eigengewicht von bis zu 500 t auf eine Höhe von bis zu 120 m über dem Meeresspiegel oder 106 m über Deck.

Nutzung des Sparten-Fertigungsverbunds für LiebherrMaritimkrane

Die Fertigung des MTC 78000 inklusive der damit verbundenen Engineering-Aufgaben bedeutet eine außerordentlich hohe Ressourcenbindung, sowohl für die personellen Strukturen als auch für die Materialwirtschaft. Deshalb setzt Liebherr für dieses anspruchvolle Projekt gezielt den gesamten Fertigungsverbund der Sparte ‚Martitime Krane’ unter Federführung der Spartenobergesellschaft Liebherr-MCCtec GmbH ein.

Insgesamt verfügt Liebherr im Bereich der maritimen Krane über vier hochmoderne Produktionsstätten. Neben dem Stammsitz in Nenzing (Österreich) gehören hierzu Killarney (Irland), Sunderland (Großbritannien) und Rostock (Deutschland). Diese Produktionsstätten bilden einen strategischen Fertigungsverbund, mit dem Liebherr in der Lage ist, sich schnell auf unterschiedlichste Marktanforderungen einzustellen und Produktionskapazitäten flexibel zu nutzen.

Die Fertigung der Teile des MTC 78000 wird über diesen Werksverbund organisiert, der finale Aufbau erfolgt in Rostock. Das Werk Rostock verfügt über einen eigenen Anlegeplatz mit der Möglichkeit der Direktverladung auf Barge und bietet so sehr gute logistische Voraussetzungen für groß dimensionierte Geräte und Teile.

Nach derzeitiger Planung wird der erste MTC 78000 mit Ende 2008 zur Auslieferung gelangen.

Quelle: Liebherr-Werk Nenzing GmbH

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Liebherr Nenzing baut leistungsstärksten Kran
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen