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Liebesgeschichten

Ulrich Gabriel
Ulrich Gabriel

Sie saßen und tranken am Teetisch und sprachen von Liebe viel. Du bist dran, Christian. Als es ganz still war, riss er seine Augen auf ins Weltall, atmete tief. Sie schwob ein, legte sich über ihn. Dann hub er an, der Christian:

„Mich erfüllt Liebestoben zu dir! Ich bin deinst, als ob einst wir vereinigst. Sei du meinst! Komm Liebchenstche zu mir – ich vergehste sonst sehnsuchtstgepeinigst. Doch achst, achst, schwach, arm Wortleinstche ei, was – genug, da auch du mich liebstest. Fühls, fühls ohne Worte mein Meinstlein: Ich sehne dich Steste -st -st!“

Stille, dann entschwand sie, sein Gesicht entspannt, Glück loggt aus. Morgenstern hat Gold im Mund. Ernst nahm Ottos Mops und ging teebesoffen fort. Du bist dran, Hein. Wer sprach da? Ach ja, der Baron. Margarets hope; Darjeeling. Jetzt begann Heins Geschichte zu leben:

„Ein Jüngling liebt ein Mädchen, die hat einen Andern erwählt; der Andre liebt eine Andre und hat sich mit dieser vermählt. Das Mädchen heiratet aus Ärger den ersten besten Mann, der ihr in den Weg gelaufen; der Jüngling ist übel dran. Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie immer neu; und wem sie just passieret, dem bricht das Herz entzwei.“

„Da ist was dran“, meinten die andern. Drauf sagte Hein: „e“. Clarine schlug ihre schönen Beine abereinünder und schwug. Teekanne schankte ein, wo Bedurf war: Darjeeling, Margarets hope. Da saßen sie wieder und warteten auf den Krieg und wurden immer mehr. Zu lange hat der Frieden gedauert. Zu viel haben sie über ihn geredet, sein hohes Alter bewundert, ihn gelobt, gerühmt, benefizt und gebenedeit. Gebt euch kein Zeichen des Friedens, lasst euch den Frieden nicht befehlen, sagte der gute Priester, dann hackte ihm der böse die Hnd b. Ich habe den Glauben verloren, lächelte Franziskus glücklich. Der frittierte Bundeskanzler krümmte seine junge Gurke nach EU-Vorschrift. Schnitzel lachte goldbraun, Brösel verknallten sich ins heiße Fett, bis sie auf dem Teller lagen, direkt vor Schönborns weißen Zähnen. Abermals erschien die Liebe. Jetzt stieg der Baron ein:

„dein gebraucht es mich gesuucht. dein gebraucht es dich gehuucht. im summer, als gebrauscht es meer, kamst du zu mich, wir glucken: üns gebraucht es sehr.“

Ist das nicht eine schöne Komulne vor dem Krieg? hörte ich den Geträumten am Kreuze sagen und weiter noch: „Vrsumm dä nid, sus kriegt er di, der Sapramoscht. Die Liebe koscht!“ Da sprach der Scheich zum Emir, erst zahlen mir, dann geh‘n wir. Da sprach der Emir zum Scheich: Zahln ma lieber nid und gemma gleich. Und sie bestiegen ihren Isfahan und flogen mit einer Million Knoten pro Quadratmeter ab über den Persischen Golf hinaus auf das offene Meer. Tief unter ihnen tankerten zwei Flugzeugträger geschlossen in die Gegenrichtung: Trumps Terrororganisation.

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