Liebe zur Wehr nicht zu löschen

Ein Kommandantentyp ist Hubert Vetter nicht, sehr wohl aber ein Feuerwehrler. Den typischen Buben-Berufstraum hatte der Landesfeuerwehrkommandant in spe nie.

Weder Astronaut, noch Baggerfahrer, noch sonst was Romantisches wollte er werden. Die Feuerwehr, zu der er vor knapp 30 Jahren in Lustenau stieß, sah er damals als spannende Freizeitbetätigung. „Mich interessierte die Technik, meine Kumpels waren auch dort und Retten gefiel mir einfach.“ Aufgewachsen in einer Schreinerfamilie, schienen eher Hobel und Säge zu beruflichen Lebensbegleitern zu werden. Doch dann kam alles ganz anders.

Wehmütiger Abschied

Der Bub ging in die HTL und wurde dort von einem Lehrer geprägt. „Mein Mathelehrer Günther Andres. Der war auch bei der Feuerwehr und hatte wunderbare Visionen bezüglich Umwelt- und Zivilschutz.“ Das gefiel dem jungen Hubert so gut, dass er nach erfolgreichem Schulabschluss Energietechniker wurde. Drei Jahre arbeitete er in der Schweiz, ehe er die Ausschreibung für die Stelle als Sachbearbeiter im Bereich Katastrophenhilfe des Landes entdeckte. Hubert Vetter bewarb sich und gewann. „Sehr, sehr gerne habe ich diesen Job gemacht“, lässt der dreifache Familienvater etwas Wehmut über seinen baldigen Abschied als oberster Katastrophen-Warner- und -Manager erkennen. „Er wird uns sehr fehlen“, macht ihm auch sein Chef Dr. Bernd Salomon von der Abteilung Ia den Abschied nicht leichter.

23 Jahre lang hatte Hubert Vetter mit allen Rettungsorganisationen zu tun, war selber als Retter im In- und Ausland

im Einsatz, erlebte die Erdbebenkatastrophe von Algerien ebenso hautnah wie das unermessliche Leid nach dem Tsunami in Südostasien. 23 Jahre, in denen sich für ihn eine Organisation als sentimentaler Favorit herauskristallisierte. „Die Feuerwehr.“ Warum das so ist? „Weil die Feuerwehr vielfach dann zum Einsatz kommt, wenn niemand mehr weiterweiß.“ Immer wieder würde ihm dazu eine Begebenheit einfallen. „Als es beim Häusle in der Bio-Heizanlage einmal brannte. Da standen Ingenieure, Techniker und andere gescheite Leute ratlos da. Niemand wusste was tun. Außer die Feuerwehr.

Bald wird Hubert Vetter jener Organisation im Land vorstehen, „die weiß, was zu tun ist, wenn’s niemand sonst mehr weiߓ. Dazu gehören 7400 Feuerwehrleute von 120 Orts- und 27 Betriebswehren. Gleitend findet die Kommandoübergabe vom angesehenen Ulrich Welte zu ihm statt. Ab September ist er dann offiziell des Landes höchster Brandschützer. An gravierende Änderungen im Apparat will Vetter derzeit nicht denken. „Da sollte man zuerst einmal nur schauen, dass die große Zahl an freiwilligen Feuerwehrlern, die zu Tages- und Nachtzeit ausrücken, zu halten ist.“ Was er sehr wohl vor hat: „Die verschiedenen Gruppen mit modernster Informationstechnologie ausstatten.“ Für seine persönliche Verständigung mit den Männern braucht Vetter freilich keine Technologie. „Ich bin ein Harmonie-Mensch, der gerne den menschlichen Kontakt pflegt“, beschreibt er seine Stärke. Was ihn aber automatisch auch zu seiner Schwäche führt. „An Härte, die es halt auch ab und zu braucht, fehlt es mir.“

ZUR PERSON

Hubert Vetter

  • Beruf: Landesfeuerwehrkommandant in spe
  • Geboren: 19. Oktober 1958
  • Familie: Verheiratet, drei Kinder
  • Wohnort: Lustenau
  • Hobbys: Bergsteigen, Radfahren, Skifahren
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