Libyen droht mit Rückzug aus UNESCO

Bokowa ist nicht nur bei den Libyern umstritten
Bokowa ist nicht nur bei den Libyern umstritten ©APA (epa)
Sollte die Generalkonferenz am Donnerstag die Wahl der Bulgarin Irina Bokowa (Bild) zur neuen Generaldirektorin bestätigen, droht Libyen, die Zusammenarbeit mit der UNO-Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation einzustellen. Libyen sei nicht gewillt in einer Organisation Mitglied zu sein, die von einer Person aus Bulgarien geführt werde, so die libysche UNO-Delegation.

Als Grund für die Drohung nennt Libyen die Begnadigung von fünf bulgarischen Krankenschwestern und einem palästinensischen Arzt durch den bulgarischen Präsidenten. Die sechs waren in Libyen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ihnen wurde vorgeworfen, in einem libyschen Krankenhaus hunderte Kinder absichtlich mit dem HI-Virus angesteckt zu haben. Nach internationalem Druck wandelte Libyen die Todesstrafen in lebenslange Haft um und ließ die Verurteilten ausreisen. Noch am Flughafen in Sofia wurden die sechs begnadigt.

Die Bulgarin Bokowa hatte sich im September in einer geheimen Stichwahl gegen den ägyptischen Kulturminister Farouk Hosni durchgesetzt. Zuvor war EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner aus dem Rennen um den UNESCO-Chefposten ausgestiegen.

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