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Libanon: Mordanschlag auf Journalisten

Ein prominenter libanesischer Journalist und Syrien-Kritiker ist am Donnerstag in einem christlichen Stadtviertel von Beirut bei einem Bombenanschlag ums Leben gekommen.

Die Bombe sei detoniert, als Samir Kassir, Kommentator der angesehenen Beiruter Tageszeitung „An-Nahar“ vor seiner Wohnung sein Auto gestartet habe, verlautete aus Sicherheitskreisen. Der Journalist sei sofort tot gewesen, eine Frau sei verletzt worden. Die Explosion ereignete sich im überwiegend von Christen bewohnten Stadtteil Achrafieh. In den vergangenen Monaten hatte es mehrere Explosionen in christlichen Stadtteilen der libanesischen Hauptstadt gegeben.

Die Täter wurden nicht gefasst. Der Anschlag vom Donnerstag ist der erste Terrorakt seit dem Abzug der syrischen Armee aus dem Libanon Ende April. Kassir hatte das Baath-Regime in Damaskus und die syrische Libanon-Politik wiederholt kritisiert und vor einem Ausgleich zwischen Syrern und Amerikanern auf dem Rücken des libanesischen Volkes gewarnt.

Gleiche Mörder wie bei Hariri?

Der Sohn und politische Erbe des im Februar bei einem Bombenanschlag umgekommenen libanesischen Ex-Regierungschefs Rafik Hariri hat die Mörder seines Vaters auch für das Attentat auf den prominenten antisyrischen Journalisten Samir Kassir am Donnerstag in Beirut verantwortlich gemacht. Die Täter, die das Auto des Journalisten in die Luft gesprengt hätten, seien dieselben, die auch seinen Vater auf dem Gewissen hätten, sagte Saad Hariri, dessen Wahlbündnis „Bewegung für die Zukunft“ am vergangenen Sonntag die erste Runde der libanesischen Parlamentswahlen gewonnen hat.

Dieser erneute „Terrorakt“ beweise, dass das „alte Regime“ weiter am Werk sei und die Libanesen und die internationale Gemeinschaft herausfordere, sagte Hariri. Kassir sei einer der Initiatoren der Unabhängigkeitsbewegung gewesen, deren Anhänger nach dem Anschlag auf seinen Vater Mitte Februar auf die Straße gegangen seien und den Abzug der syrischen Truppen gefordert hätten, sagte Hariri.

UNO-Kommission untersucht Hariri-Attentat?

Seit dem 26. Mai ist eine UNO-Kommission unter Führung des deutschen Oberstaatsanwalts Detlev Mehlis im Libanon, um die Hintergründe des Hariri-Attentats zu klären. Drusenführer Walid Joumblatt, Chef der Sozialistischen Fortschrittspartei, und der Chef der Demokratischen Linken, Elias Atallah, machten Staatspräsident Emile Lahoud für den Mord an Kassir verantwortlich und forderten dessen Rücktritt.

Vor der zweiten Etappe der libanesischen Parlamentswahlen hat der christliche Führer der antisyrischen „Freien Patriotischen Bewegung“ (CPL), Ex-General Michel Aoun, eine Allianz mit den drusischen Gegnern von Oppositionsführer Walid Joumblatt, dem Chef der Sozialistischen Fortschrittspartei (PSP), gebildet. Gleichzeitig vermeidet der Anfang Mai aus dem Exil heimgekehrte ehemalige Armeechef Aoun jede Konfrontation mit der schiitischen Hisbollah, an welche er ein Kooperationsangebot gerichtet hat. Die Wahlen werden an vier aufeinander folgenden Sonntagen durchgeführt.

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