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Lesungsreigen zum Bachmannpreis eröffnet

Mit einer Rede zur Literatur der deutschen Autorin Sibylle Lebitscharoff sind am Mittwochabend im Klagenfurter ORF-Theater die 34. Tage der deutschsprachigen Literatur eröffnet worden. Lebitscharoff, die 1998 den Bachmannpreis gewonnen hatte, befasste sich in ihrer Rede mit Gedanken "Über die Niederlage".

Beim diesjährigen Wettlesen stellen sich drei Teilnehmer aus Österreich, zwei aus der Schweiz und neun aus Deutschland den Juroren.

Nach der Begrüßung durch ORF-Landesdirektor Willy Haslitzer und Klagenfurts Vizebürgermeister Albert Gunzer spannte Lebitscharoff den Bogen von Hiob über den Chef des Oberkommandos der Deutschen Wehrmacht, Wilhelm Keitel, der in Karlshorst in der Nacht auf 9. Mai 1945 auf Druck der Roten Armee die Kapitulation Deutschlands unterzeichnet hatte und 1946 in Nürnberg hingerichtet wurde, bis hin zum japanischen Schriftsteller Yukio Mishima, der sich im November 1970 selbst den Bauch aufgeschlitzt hatte. “Sein Ende mag schmählich gewesen sein, aber von Mishima blieben immerhin seine Werke, die sich bis heute im Gedächtnis der lesenden Welt zu halten vermochten.”

Die Klagenfurter Niederlagen würden sich daneben bescheiden ausnehmen, meinte Lebitscharoff: “Mir ist nicht bekannt, dass sich nach Empfang der Urteile jemand getötet hätte, zuvor gar mit einem nach Rache lechzenden Pamphlet, einer Aufforderung zur Generalumkehr, an die Öffentlichkeit getreten wäre.”

Die meisten Kandidaten hätten sich eine “Unberührbarkeit” anerzogen, die “wie ein Handschuh über die gesamte Person gestülpt ist”. Trotzdem werde wohl das “gelinde Klagenfurter Maß an Zurechtweisung massiv sein”. Das Komplizierte sei, dass auch beim Bachmannpreis Fehler passieren würden. Es seien Sieger gekürt worden, die sich binnen weniger Jahre als “Rohrkrepierer” herausgestellt hätten, andere seien durchgefallen und hätten inzwischen “ein anständiges Werk beisammen”.

Nach der offiziellen Eröffnung stand die Auslosung der Lesereihefolge für die drei “Wettkampftage” auf dem Programm.

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