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"Lemmlin" kam aus Egg

Gerhard von der Thannen als "Lemmlin"
Gerhard von der Thannen als "Lemmlin" ©Hubert Cerncenschek

Egger Schauspieler in Gastrollen beim “Blauen Kater” in Lindau.

Lindau, Egg. Warum Elisabeth Gessau vom “Blauen Kater” gerade den Egger Steuerberater Gerhard von der Thannen für ihr Jubiläumsstück “Die Hammelkomödie” als Hauptdarsteller ausgewählt hatte, begründete die Regisseurin wie folgt: “Ich sah ihn im Stück “Charlys Tante”, welches vom Theaterverein Egg im vergangenen Jahr aufgeführt wurde. Er spielte seine Rolle gut, gab sich bescheiden und war dennoch auf der Bühne sehr präsent”. Zum 25-Jahr-Jubiläum des “Blauen Kater” wollte Gessau einen Schwank aufführen. Übrigens den ersten in ihrem Leben, wie sie selbst sagte. “Ich hatte das Stück seit vielen Jahren in der Schublade”, von der Thannen schien mir für den Schäfer “Lemmlin” die richtige Besetzung zu sein. Als von der Thannen kurz vor Weihnachten zusagte, war dies für mich das schönste Weihnachtsgeschenk”.

Betrügereien

Gert Hofmanns Bearbeitung einer derben anonymen französischen Farce aus dem 15. Jahrhundert, zeigte den ebenso beredten wie bequemen, hoch verschuldeten aber gerissenen Winkeladvokaten Patelin, wie er, seiner Frau durch ein unvorsichtiges Versprechen im Wort, zunächst einem Tuchhändler um einen Ballen besten Stoff prellte und dann in einem Prozess gegen eben diesen Tuchhändler erfolgreich einen tumben Schäfer verteidigte, der seinem Herrn eine Herde Schafe weggefressen haben soll. Zuletzt jedoch zog Patelin als betrogener Betrüger den Kürzeren – ausgerechnet der Schäfer war es, der ihm das Wasser zu reichen vermochte. “Für mich war es eine sehr schöne Erfahrung, erstmals unter professioneller Regieführung zu spielen”, sagte Gerhard von der Thannen. “Der Rungesaal im Alten Rathaus in Lindau mit seinem einzigartigen Ambiente tat ein weiteres, um dieses Bühnenerlebnis unvergesslich werden zu lassen”. Die “Hammelkomödie” kam insgesamt sechsmal zur Aufführung.

Charivari

Neben Gerhard von der Thannen wurde mit Mike Moosbrugger, bekannt von Stemmeisen und Zündschnur, ein weiterer Egger für das Jubiläum des “Blauer Kater” engagiert. Das Jubiläumsprogramm beinhaltete neben besagtem Schwank eine Lesung, eine Matine sowie einen beschwingten Abend mit Evergreens, Chansons, Songs und Arien, kurz “Charivari” genannt. Hier begeisterte Moosbrugger, der bereits vor einigen Jahren eine Gastrolle beim “Blauen Kater” inne hatte, in der Rolle als stimmgewaltiger Sänger und Conférencier. AK

Randspalte:

1986 gründete die Regisseurin, Schauspielerin und Dramaturgin Elisabeth Gessau in Konstanz ein eigenes Theater. Der Name “Blauer Kater” entstand in einer feuchtfröhlichen Nacht in der Konstanzer Katzgass. Der “Blaue Kater” fand keinen Unterschlupf und streunte reiselustig umher.
Schauspieler, bald auch Musiker, veranstalteten unter seinem Namen Lesungen und Kleinkunst-programme. Schließlich wurde das Theater in Lindau sesshaft, auch wenn die Stadt bis heute nicht subventioniert und dem Kater keine eigene Spielstätte zur Verfügung stellt. Ein Förderverein mit ca. 70 Mitgliedern unterstützt die Theaterarbeit. Der Prinzipalin wird nachgesagt, zu den verschiedensten Inszenierungen immer fantasievolle, passende Orte gefunden zu haben. Alle Einnahmen steckt das Theater in Miet-, Neben – und Fahrtkosten sowie in die nächste Inszenierung. Über 40 davon feierten in Lindau bejubelte Premieren. AK

 

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