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Leitl erwartet vom Arbeitsmarktgipfel "konkrete Ergebnisse"

Leitl hofft auf "Brückenschlag" zwischen den Sozialpartnern
Leitl hofft auf "Brückenschlag" zwischen den Sozialpartnern
Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl erwartet vom geplanten Arbeitsmarktgipfel "konkrete Ergebnisse". Es wäre "fahrlässig" nichts zu tun, sagte Leitl am Donnerstag in Wien.

Derzeit gebe es noch “sehr konträre Positionen” der Sozialpartner, er hoffe aber auf “einen Brückenschlag”. Die Regierung hatte angesichts der Rekordarbeitslosigkeit einen Gipfel für Juli angekündigt.

 35-Stunden-Woche als Negativbeispiel

Leitl wünscht sich eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit und Wachstumsmaßnahmen gegen die hohe Arbeitslosigkeit. Es liege am schwächelnden Wirtschaftswachstum, sonst hätte die heimische Wirtschaft auch mehr Jobs geschaffen. Als positives Beispiel führte der WKÖ-Chef die Arbeitsmarktreform in Deutschland Mitte der 2000er-Jahre an. Die deutsche “Hartz IV”-Reform – die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe – wollte Leitl konkret nicht in den Mund nehmen. Als Negativbeispiel führte er die Einführung der 35-Stunden-Woche in Frankreich an.

Investitionen erleichtern

Mit den Forderungen der Gewerkschaft für eine Reform des heimischen Arbeitsmarktes – unter anderem Überstunden-Euro, Reduktion der Arbeitszeit, sechste Urlaubswoche – kann Leitl nichts anfangen. Diese würden nicht das Wachstumsproblem in Österreich lösen. Vielmehr sollten hierzulande Investitionen erleichtert und mehr in Bildung und F&E investiert werden.

“Mangelndes Prouktivitäswachstum”

Auch der Ökonom Ulrich Schuh vom industrienahen Forschungsinstitut Eco Austria beurteilt die Forderungen der Gewerkschaften kritisch und verweist auf die positiven Effekte der Arbeitsmarktreform in Deutschland. Eine Reduktion der Arbeitszeit würde seiner Ansicht nach nicht zu einem Wachstumsimpuls führen. Kritisch sieht Schuh das “mangelnde Produktivitätswachstum” in Österreich.

Maßnahmen setzen

Als “chronisches Problem” bezeichnete der Ökonom die Rekordarbeitslosigkeit in Österreich bei Personen mit Pflichtschulabschluss. Ende Mai lag die Arbeitslosenquote laut AMS bei Pflichtschulabsolventen bei 25 Prozent. Dieser “hohe Wert” werde auch nicht bei mehr Wirtschaftswachstum zurückgehen, so Schuh. Bei dieser Gruppe müssten Maßnahmen gesetzt werden. Bei Personen mit Lehrabschluss lag die Arbeitslosenquote im Mai bei 7 Prozent, mit Uni-Abschluss bei rund 3 Prozent.

Um neben der Vertretung der Arbeitgeber auch die Meinung der Arbeitnehmer zu berücksichtigen, hat die Wirtschaftskammer beim Meinungsforschungsinstitut “market” eine repräsentative Umfrage zu “den aktuellen arbeitsrechtlichen Forderungen aus dem Blickwinkel der ArbeitnehmerInnen” in Auftrag gegeben. Man habe ausnahmsweise nicht die Wirtschaftskammer-Mitglieder, sondern die Mitarbeiter in den Betrieben befragt, so Leitl. (APA)

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