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Leiblachtaler Schotten als Highlander

Highlander
Highlander
Schottland-Reise auf den Spuren der Geschichte – Erinnerung an die „letzte Schlacht“.

Hörbranz. (stp) Schottische Tradition und alemannische Fasnat – passt das zusammen? „Ja und nein“, meint Elmar King bestimmt und erläutert diesen Gegensatz. „Als Pipes & Drums beteiligen wir uns nicht an Fasnatumzügen, das wäre für uns unpassend, weil wir die schottische Tradition, die wir mit unserer Band verbinden und im Verein auch pflegen, nicht mit Fasnatspektakel verbinden wollen. Andererseits ist die Fasnat für uns eine Gelegenheit, als Highlander aufzutreten und an diese Seite der schottischen Tradition zu erinnern.“

Mehr als Maskerade

Die Auftritte der Leiblachtaler Schotten als Highlander bei Faschingsumzügen sind mehr als Maskerade. Dahinter steckt auch die Erinnerung an die echten Highlander, die sich Mitte des 18. Jahrhunderts anschickten, von Schottland aus die Herrschaft über die ganze britische Insel zu erobern. Nach anfänglichen militärischen Erfolgen im Herbst 1745 und einem raschen Vormarsch auf London wendete sich das Kriegsglück jedoch und Charles Edward Stuart, der als Bonnie Prince Charlie in die Geschichte einging, wurde im April 1746 in der Schlacht von Culloden vernichtend geschlagen und musste flüchten.

Ende einer Kultur

Die am Aufstand beteiligten Clanchiefs und oft auch die Clanmitglieder mussten ebenfalls ins Ausland fliehen oder wurden nach Schauprozessen hingerichtet. Im „Disarming Act“ von 1747 wurde den Hochländern das Tragen von Waffen und ihrer traditionellen Hochlandkleidung verboten. Ein Großteil des alten gälischen Kulturgutes versiegte für immer. Die Wirtschafts- und Sozialstruktur im Hochland wurde drastisch geändert. Was blieb, war aber die romantische Erinnerung an den letzten Stuart – Bonnie Prince Charlie.

Mehr als Freude an Musik

„Die Auseinandersetzung mit der Geschichte und Tradition ist für uns ebenso wichtig wie das gemeinsame Musizieren“, so Elmar King. Bildungsreisen nach Schottland sind deshalb bei „The First Leiblach Valley Pipes and Drums“ an der Tagesordnung. Zuletzt war Emil King mit drei Kollegen des Leiblachtaler Vereins und drei Kollegen aus Donnerskirchen im Burgenland auf der Insel. „Nicht zum ersten Mal, aber diesmal war es besonders interessant, weil das Wetter und die ganzen Begleitumstände stimmig waren“, schildert der Obmann der Leiblachtaler Schotten den Trip nach Schottland.

„Wir sind am 9. November 2013 in Glenfinan angekommen. Dort, wo Bonnie Prince Charlie 1745 seine Truppen für die Jakobiterrevolte sammelte. Wir campierten so wie die Highlander vor mehr als 250 Jahren und hatten keine Zelte, sondern nur Schlafsack und Plane. Der Morgen nach einer sternenklaren Nacht war fantastisch – minus 5 Grad, eine märchenhafte Kulisse der verschneiten Berge in der aufgehenden Sonne.“

Stürmisch gestaltete sich die zweite Nacht auf geschichtsträchtigem Boden. „Wir erkundeten das Schlachtfeld von Culloden und richteten uns auf eine im wahrsten Sinne des Wortes stürmische Nacht ein. Sturm und Regen bestimmten die Nacht, aber wir haben sie ohne Probleme überstanden.“ Nach dem Ausflug in die Geschichte ging es zurück in die Zivilisation, nach Edinburgh, wo noch zwei Tage verbracht wurden, ehe es zurück ins Ländle ging.

Neuer Rekordstand

Auch mehr als 20 Jahren nach ihrer Gründung haben die „Leiblachtaler Schotten“ nichts an Anziehungskraft eingebüßt – im Gegenteil: „Bei der Jahreshauptversammlung im Jänner konnten wir mit Dietmar Huber aus Müselbach und Helmut Johler aus Scheidegg wieder zwei neue Mitglieder aufnehmen und halten jetzt bei einem Rekordstand von 28 – sieben davon sind Frauen“, listet Obmann Emil King auf.

Große Flexibilität

In voller Stärke treten die Pipes & Drums natürlich nur bei besonderen Anlässen auf, die große Zahl an Aktiven erleichtert es aber, den vielen Anfragen nachzukommen, „weil wir in der Regel in kleineren Besetzungen aufspielen – da kann man abwechseln“, so Elmar King, der stolz auf 50 Auftritte im vergangenen Jahr verweist. „Von der Geburtstagsparty bis zur Hochzeit, vom St. Patricks Day bis zum Keltenfest in Salem, von den Highland Games in Tirol bis zu Konzerten mit Musik- oder Gesangsvereinen ist eine breite Palette dabei.“

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