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Lehrlingsproblematik: Vorarlberg alleine kann den Negativtrend nicht schultern

©Die Arbeiterkammer fordert den "Blum-Bonus-Neu" - Dietmar Stiplovsek, Ludwig Berchtold
Schulterschluss zwischen der Arbeiterkammer und Egon Blum: Die 174. AK-Vollversammlung hat einstimmig gefordert, dass der Nationalrat etwas gegen den Lehrstellenschwund in Österreich unternimmt. Wenngleich Vorarlberg gegenüber dem Rest von Österreich hervorragend dasteht, müsse man auch im Ländle Handlungsbedarf - derzeit noch auf auf hohem Niveau - erkennen, so der ehemalige Regierungsbeauftragte Egon Blum.
"Entwicklung der Lehre ist dramatisch"
Freiheitliche fordern Blum-Bonus-Neu

Diese Zahlen sind laut Egon Blum “furchterregend und dramatisch”. Von 2008 bis 2014 gab es österreichweit einen Rückgang der betrieblichen Lehrlinge – gesamt – um 22.372 oder 17,4 Prozent. Bei den Erstjahrlehrlinge zeigt sich die Problematik noch deutlicher. Hier ist die Zahl der Lehreintritte um 10.072 bzw. 25,6% geschrumpft. Dieser Rückgang sei höher als der Rückgang an 15-Jährigen, sagte AK-Präsident Hubert Hämmerle. Folglich sei nicht die Demographie allein verantwortlich für den Lehrstellenschwund, sondern mehrere Gründe, etwa Fehler in der Bundes-Politik.

Fehler in der Bundes-Politik

Ein aktueller Fehler: Laut Hubert Hämmerle gibt es kein echtes Bekenntnis der Politik zur Lehre. Die Lehre würde nur selten und von einigen wenigen thematisiert werden. Vergangene Fehler seien die Abschaffung des Blum Bonus, die Abschaffung der Qualitätssicherung und die Einführung der Lehrlingskündigung gewesen.

Vorarlberg allein könne den Negativtrend nicht schultern

Die Konsequenz dieser Fehler sei ein Lehrlingsschwund und in weiterer Folge ein Mangel an Fachkräften. Auch wenn Vorarlberg im Vergleich zu Österreich bei der Lehre sehr gut da stehe, könne das kleine Land den staatlichen Negativtrend nicht alleine schultern. Um wieder mehr Lehrstellen zu schaffen, forderte die AK-Vollversammlung vom Gesetzgeber: die Einführung des “Blum-Bonus-Neu”, die Abschaffung der Lehrlingskündigung, und die Einführung eines Ausbildungs-Fondsmodells analog dem der Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie auf gesetzlicher Basis.

Blum:
Blum: "Trete nicht für odere gegen eine politische Gesinnung auf. Es geht um das Wohl der Jugend und der Wirtschaft" - Dietmar Stiplovsek ©Blum: “Trete nicht für odere gegen eine politische Gesinnung auf. Es geht um das Wohl der Jugend und der Wirtschaft” – Dietmar Stiplovsek

Egon Blum spricht von einer “Megaherausforderung”

Egon Blum hielt einen Impulsvortrag. Der frühere Regierungsverantwortliche für die Lehrlingsausbildung bekräftigte, dass die duale Ausbildung – insbesondere in Vorarlberg – ein Erfolgsmodell sei. Viele Politiker auf Bundesebene ließen sich allerdings für ein österreichisches Lehrlingsmodell beklatschen, das zwischenzeitlich eine arge Schräglage eingenommen habe. Die derzeitige Anwendung des österreichischen dualen Systems wieder auf Erfolgskurs zu bringen, bezeichnet Blum als “Megaherausforderung”. Dazu müssten schnell und ergebniswirksame Maßnahmen gesetzt werden.

Wie ernst die Lage ist, zeige sich neben den Lehrlingsrückgängen auch am Rückzug der Unternehmen von der Lehrlingsausbildung. 7.552 oder 19,8% seit 2008 österreichweit bzw. 312 oder 13,3% in Vorarlberg.

Vorbild Vorarlberg

„Wenn die österreichweiten Zahlen so wie die in Vorarlberg wären, hätte ich meine Broschüre nicht so schreiben müssen“, ließ Blum wissen. Doch auch im Ländle herrsche, wenngleich auch auf hohem Niveau, Handlungsbedarf. Wichtig sind für Blum die Einführung einer Qualitätssicherung zur Mitte der Lehrzeit und die Unterstützung von ausbildungsinterssierten bzw. ausbildungsfähigen Betrieben jeglicher Größenordnung. Laut Blum müsste kein einziger Lehrling gekündigt werden, wenn frühzeitige gezielt Hilfe angeboten würde. Abschließend sagte er: “Die derzeitige Fachkräfte- und Lehrlingsproblematik resultiert am wenigsten durch unsere Jugend.” Zitat von Blum: “Wer unserer Jugend vertraut und ihr das auch beweist, wird von ihr nicht enttäuscht werden.”

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