AA

Lehrer muss nach sexueller Belästigung wieder eingestellt werden

Ein Vorarlberger Gymnasiallehrer, der zwei Schülerinnen sexuell belästigt haben soll und deswegen (nicht rechtskräftig) verurteilt worden ist, wehrt sich vorerst erfolgreich gegen seine Kündigung.
LR zum Urteil
SPÖ-Bildungssprecherin Pircher dazu

Laut einem Bericht von ORF Radio Vorarlberg hat das Oberlandesgericht (OLG) Innsbruck das erstinstanzliche Urteil des Arbeitsgerichts Feldkirch rechtskräftig bestätigt, wo der Mann mit Erfolg seine Wiedereinstellung verlangt hatte. Vorarlbergs Schul-Landesrat Siegi Stemer (V) erklärte gegenüber der APA, dass der Lehrer dennoch “bis auf weiteres nicht unterrichten wird”. Weitere Schritte würden überlegt.

Der Lehrer soll auf einer Sprachreise im Ausland im vergangenen Jahr zwei Schülerinnen verbal und tätlich belästigt haben, vor dem Strafgericht wurde der Mann im Februar zu einer unbedingten Geldstrafe von 2400 Euro verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Mann ging in Berufung, die noch läuft. Der Pädagoge erklärte, zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig gewesen zu sein. Ihm seien in einer Diskothek K.o.-Tropfen verabreicht worden, er sei volltrunken gewesen.

Der Mann war vom Landesschulrat zunächst ermahnt und dann Monate später wegen des Vorfalls gekündigt worden. Das Arbeitsgericht entschied jedoch, dass man den Pädagogen – anstatt ihn zunächst zu ermahnen und dann zu suspendieren – sofort hätte entlassen müssen. Demnach hätte das Eintreffen der polizeilichen Protokolle zum Vorfall nicht abgewartet werden dürfen. Dieses Urteil wurde nun in zweiter Instanz vom OLG Innsbruck bestätigt.

Stemer erklärte, das Urteil sei aus formalistischen Gründen bestätigt worden, der Sachverhalt sei in der Sache praktisch nicht behandelt worden. Seitens der Finanzprokuratur, die die Republik vor Gericht vertritt, habe man ihm bestätigt, dass das Verhalten der Behörde korrekt gewesen sei, betonte Stemer. Die Finanzprokuratur prüfe nun, ob man in Revision gehe.

Der Anwalt des Lehrers, Karl-Heinz Plankl, sagte gegenüber dem Rundfunk, dass sein Mandant unterrichten wolle. Eine Freistellung bei vollen Bezügen komme nicht infrage. Die Landesschulratsdirektion sieht auch einen Vergleich als Möglichkeit.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Lehrer muss nach sexueller Belästigung wieder eingestellt werden
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen