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Lebensmotto: "Versuch es wenigstens!"

Kerim Magamedov möchte einen sinnvollen Beitrag für die Gemeinschaft leisten.
Kerim Magamedov möchte einen sinnvollen Beitrag für die Gemeinschaft leisten. ©Albert Summer

Der 22-jährige Asylant Kerim Magamedov, wohnhaft in Muntlix, hat sich aktiv um Aufnahme bei der Feuerwehr Zwischenwasser beworben. Er hat nun in einem Interview die Beweggründe für seinen Vereinsbeitritt erläutert.

Herr Magamedov, wie lange sind Sie schon in Österreich?

Seit rund fünf Jahren.

Wann und aus welchen Gründen haben Sie in Österreich um Asyl angesucht?

Ich bin praktisch als “Paket” nach Österreich gekommen. Das haben meine Verwandten gemacht. Mein Vater verschwand im ersten Tschetschenienkrieg. Damals war ich sieben Jahre alt. Die Mutter starb im zweiten Tschetschenienkrieg, als ich elf Jahre alt war. Meine Tante hat mich dann adoptiert.

Welches waren Ihre Stationen auf dem Weg nach Muntlix?

Meine Stationen in Österreich: Göfis, Internat St. Josef in Feldkirch, Gaisbühel und seit Dezember 2008 Muntlix

Wie sind Sie in Österreich aufgenommen worden?

Ich habe positive und auch negative Erfahrungen gemacht. Negative waren es aber weniger.
Sie sprechen schon recht gut Deutsch. Wie haben Sie sich diese Kenntnisse angeeignet?
Nachdem ich drei Monate hier war, war ich für sechs Monate Gasthörer im Gymnasium Schoren in Dornbirn. Ich habe eine Schule gesucht, egal, wo sie liegt, wo ich wenigstens als Gasthörer mitmachen konnte.

Wie schaut Ihr Alltag derzeit aus?

Ich besuche das zweite Semester der Abend-Handelsakademie in Bregenz. Ich habe aber keine Arbeitsbewilligung. Zwar hätte ich Stellen bekommen, durfte aber nicht arbeiten gehen.

Wie sind Sie zur Feuerwehr gestoßen?

Wenn man genug Freizeit hat, sucht man sich etwas, womit man sich beschäftigen kann und was im Leben auch Sinn bringt. Da habe ich mich für die Feuerwehr entschieden. Die Beziehung zum österreichischen Volk sehe ich nicht nur darin, dass Österreich alles für mich machen muss, sondern in der gegenseitigen Beziehung.

Warum stellen Sie sich dieser Aufgabe als Feuerwehrmann?

Als ich klein war, da hat man mir oft gesagt, dass ich jede Dankbarkeit versuchen soll zurückzugeben, dass ich jedem Menschen, der Hilfe braucht, helfen soll, und ich hoffe, dass es einen anderen Menschen gibt, der meiner Familie, wenn sie in einer Situation der Not ist, auch hilft.

Wie wurden Sie von Ihren Wehrkameraden und Wehrkameradinnen aufgenommen?

Ich wurde sehr freundlich aufgenommen. Ich habe schon befürchtet, dass ich ein Außenseiter sein werde, das war dann gar nicht so.

Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft?

Ich stelle immer zwei Fragen, die parallel stehen: meine Familie und meine Karriere. Was die Karriere betrifft, möchte ich gern Mathematiklehrer oder Steuerberater werden, da ich mich bei den Fächern Mathematik und Rechnungswesen gut auskenne. Mit der Karriere werde ich mich intensiv beschäftigen, soweit es nichtmeine zukünftige Familie gefährden wird. Ich will eine Familie gründen.

Im Herbst würde ich gerne die Studienberechtigungsprüfung ablegen. Ich hoffe, es wird klappen. Wenn es klappt, werde ich gleich ein Studium aufnehmen.

Danke für das Gespräch, Herr Magamedov!

Steckbrief:
Name: Kerim Magamedov
Alter: 22 Jahre
Staatsbürgerschaft: Russland
Ausbildung: Hauptschule in Russland, externer Hauptschul- und Polyabschluss in Österreich, derzeit Besuch der Abend-HAK in Bregenz
Familienstand: ledig, verlobt
Hobbys: Tennis, unterrichtet Mathematik als Nachhilfelehrer bei der Caritas, leitet dort das Projekt Mathematik
Lebensmotto Mach was Besseres daraus, und wenn du es nicht kannst, versuch es wenigstens!

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