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Vorarlberg: Lawinenabgang in Raggal

Die Rettungskräfte konnten den Mann rasch retten.
Die Rettungskräfte konnten den Mann rasch retten. ©Bernd Hofmeister/VOL.AT
Raggal - Ein 53-jähriger Skifahrer wurde am Samstag von einem Schneebrett erfasst und verschüttet.
Lawinenabgang in Raggal
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Eine Gruppe Schifahrer war im Bereich Raggal "Pfiffareutelift" unterwegs. Der 53-jährige Skifahrer fuhr als erster der Gruppe in die ca. 35 Grad steile Variantenabfahrt "Ganai" in Richtung Tal ab und löste hierbei nach wenigen Schwüngen ein Schneebrett aus. Er wurde in der Folge ca. 70 Meter weit mitgerissen und dabei komplett verschüttet. Der Verschüttete konnte sich teilweise selbst aus den Schneemassen befreien, bevor er von seinen Begleitern vollständig ausgegraben werden konnte. Die Gruppe von Skifahrern führte keine Notfallausrüstung mit sich. Es herrschte oberhalb von 1600 Metern Lawinenwarnstufe 4. Im Einsatz stand die Bergrettung und Lawinenhundeführer, der Notarzthubschrauber C8 und drei Beamte der Polizeiinspektion Thüringen.

Lawinengefahr in Vorarlberg groß

Nach den Schneefällen der vergangenen Tage hat sich die Lage in Tirol und Vorarlberg am Samstag bei meist strahlendem Sonnenschein beruhigt. Weiter hoch bleibt in beiden Bundesländern aber die Lawinengefahr, Experten rufen zu großer Vorsicht auf. Auch die Arlbergbahnstrecke bleibt bis voraussichtlich Samstagabend gesperrt, ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.

Bregenz/Innsbruck. "Der erste Schönwettertag nach ergiebigem Neuschneezuwachs erfordert defensives Verhalten und große Zurückhaltung!", mahnte die Vorarlberger Landeswarnzentrale am Samstag in einer Aussendung zur Vorsicht. Die Lawinengefahr ist oberhalb etwa 1.600 Metern in Vorarlberg und Tirol groß bei Warnstufe vier - der zweithöchsten Lawinenwarnstufe. Auch spontane und große Lawinen sind möglich. Zudem besteht aufgrund der großen Schneelast auch in tieferen Lagen Gefahr etwa durch herabfallende Äste.

Arlbergorte wieder erreichbar

Beruhigt hat sich die Lage indes auf den Straßen. Die Vorarlberger Arlberg-Orte Stuben, Zürs und Lech waren am Samstagmittag auf dem Straßenweg wieder erreichbar, ebenso Warth und die Ortschaften im hinteren Montafon, deren Straßenzufahrten am Freitag gesperrt worden waren. Weiterhin blieben aber einige Straßen wegen der großen Schneemengen gesperrt - vor allem in höher gelegenen Gebieten, wegen der Gefahr des Schneebruchs aber auch im Rheintal. Auch in Tirol waren die am Freitag abgeschnittenen Orte wie Sölden im Ötztal oder St. Christoph am Arlberg am Samstag wieder erreichbar.

Weiter unterbrochen bleibt bis voraussichtlich Samstagabend die Arlbergbahnstrecke zwischen Landeck-Zams und Bludenz. Ein Schienenersatzverkehr wurde von den ÖBB eingerichtet. Ebenfalls weiter nicht möglich ist der Zugverkehr zwischen Feldkirch und Buchs (CH), hier ist auch der Schienenersatzverkehr nur begrenzt möglich. Der Zugverkehr zwischen Innsbruck und Matrei am Brenner wird eingeschränkt wieder geführt, es kommt zu Zugausfällen und Verspätungen.

Die Neuschneemengen von Donnerstag und Freitag waren laut Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) für Vorarlberg "ungewöhnlich". Mehr Neuschnee in 24 Stunden als am Freitag gab es an der ZAMG-Wetterstation in Feldkirch seit Messbeginn im Jahr 1896 erst drei Mal. In Bregenz, wo es seit 1980 tägliche Aufzeichnungen gibt, fiel nur ein einziges Mal mehr Neuschnee als am 15. Jänner 2021. Für Sonntag sind weitere Schneefälle prognostiziert.

(APA)

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