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Russland verkündet Feuerpause und humanitäre Korridore

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Russland hat eine Feuerpause in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine verkündet und die Einrichtung von humanitären Korridoren aus fünf belagerten Großstädten bekanntgegeben.

Die russischen Kräfte hätten das Feuer um 8.00 Uhr MEZ eingestellt, teilte das Verteidigungsministerium des Aggressorstaates nach Angaben der Agentur Interfax mit. Russland habe zudem Korridore für Zivilisten aus den Städten Kiew, Tschernihiw, Sumy, Charkiw und Mariupol eingerichtet.

Evakuierungen in Sumy

Die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk bestätigte, mit Russland und dem Roten Kreuz sei eine Vereinbarung für die Stadt Sumy getroffen worden, die bis 20.00 Uhr (MEZ) gelte. Die Route führe über Holubiwka, Lochwyzja und Lubny in die 170 Kilometer entfernte zentralukrainische Großstadt Poltawa. Die Evakuierung habe begonnen, meldete die ukrainische Agentur UNIAN in ihrem Telegram-Kanal und zeigte in einem Videoclip abfahrende Busse und Autos mit Zivilisten. Auch im von Moskau nicht genannten Irpin nahe der Hauptstadt Kiew sei eine Evakuierung im Gange, teilte ein Vertreter des ukrainischen Präsidialamts mit.

Luftangriffe - viele Tote

Zuvor hatte sich die Lage für die Bevölkerung weiter zugespitzt. Bei Luftangriffen auf die nordostukrainische Großstadt Sumy wurden den lokalen Behörden zufolge 21 Menschen getötet, darunter auch Kinder. In Sumy wurde "in einigen Ortschaften Wohngebäude bombardiert. Und fast im Zentrum von Sumy wurden mehrere Häuser durch einen Bombentreffer zerstört", teilte der Chef der Gebietsverwaltung, Dmytro Schywyzkyj, in der Nacht auf Dienstag mit. Die Angaben waren nicht unabhängig zu prüfen.

Selenskyj: "Ich bleibe in Kiew"

Präsident Wolodymir Selenskyj versprach in einer am Montagabend veröffentlichten Videobotschaft, die Hauptstadt Kiew trotz der Kämpfe nicht zu verlassen. "Ich bleibe in Kiew", sagte Selenskyj. Er verstecke sich nicht und habe vor niemandem Angst, erklärte der Präsident des angegriffenen Landes. Man werde weiter mit Russland sprechen. "Wir werden auf Verhandlungen bestehen, bis wir einen Weg finden, unseren Menschen zu sagen: So kommen wir zum Frieden." Jeder Tag des Kampfes schaffe "bessere Bedingungen" für die Ukraine. "Eine starke Position. Um unsere Zukunft zu sichern. Nach diesem Krieg", sagte der ukrainische Präsident.

Lage in Mariupol spitzt sich zu

Auch in der von Russland belagerten, am Asowschen Meer gelegenen Hafenstadt Mariupol spitzte sich die Lage nach Angaben des Stadtrats weiter zu. "Es gibt keine Straße ohne kaputte Fenster, zerstörte Wohnungen oder Häuser." Die Stadt sei ohne Strom, Wasser und Gas. Mariupol liegt nahe der sogenannten Kontaktlinie zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischer Armee im Verwaltungsbezirk Donezk. Die Stadt hat strategisch große Bedeutung. 200.000 Menschen warten nach Angaben des Roten Kreuzes dort darauf, über verschiedene Routen aus der Stadt zu kommen.

In Mariupol handelt es sich um den inzwischen vierten Versuch, Menschen in Sicherheit zu bringen. Sie sollen mit Bussen und Autos herausgebracht werden. Dazu werden nach Angaben der ukrainischen Behörden auch Sammelpunkte in der Stadt eingerichtet. Vertreter der Ukraine und Russlands hatten bei einer dritten Verhandlungsrunde am Montag nach Angaben aus Kiew dazu Details vereinbart. Kiew hatte von Moskau vorgeschlagene Fluchtkorridore abgelehnt, über die Menschen fast ausschließlich nur nach Russland und Belarus gelangt wären. Russland wolle die Zivilisten als Geiseln nehmen, behauptete ein Berater des ukrainischen Innenministeriums.

(APA/Reuters/dpa)

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