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Landwirtschaftskammer gegen Boykottaufruf der IG-Milch

Österreichs Bauern sind sich uneinig, wie beim Kampf um einen höheren Milchpreis vorgegangen werden soll.

Während die IG-Milch, sie vertritt rund 6.000 der 43.000 Milchbauern, zu einem Lieferboykott aufgerufen hat, sieht die Landwirtschaftskammer derzeit keinen Grund für einen Aufstand. Schließlich sei die Situation in Österreich nicht so dramatisch wie in Deutschland, wo seit gestern die Milchbauern die Molkereien nur mehr teilweise beliefern, so Landwirtschaftskammer-Chef Gerhard Wlodkowski am Donnerstag im Ö1-Mittagsjournal. In Deutschland erhalten die Bauern rund 30 Cent für das Kilo Milch, in Österreich sind es knapp 40 Cent. Die IG-Milch will 45 Cent pro Kilo.

Die IG-Milch erwartet, dass sich bis zum Wochenende die Hälfte der heimischen Milchbauern dem deutschen Milchboykott anschließt. Aus den heimischen Molkereien ist zu hören, dass derzeit noch keine Rückgänge bei der Anlieferung zu verzeichnen seien. Der Handel geht ebenfalls davon aus, dass der teilweise Milch-Boykott – sollte er nicht länger als eine Woche dauern – kaum Spuren in den Regalen hinterlässt. Immerhin würden nur 10 bis 15 Prozent der Milchanlieferung für Frischmilch verwendet.

Laut ÖVP-Abgeordnetem Jakob Auer trägt der Handel die Hauptschuld an der derzeitigen Situation. “Die Preispolitik des Handels gefährdet die Versorgung der Konsumenten mit frischen Milchprodukten”, meinte er heute in einer Aussendung. Kritik an den Molkereien oder an den Bauern lässt Auer hingegen nicht gelten: “Es ist einfach nicht wahr, diese immer wieder als Sündenböcke für gestiegene Preise hinzustellen.”

Weiters meinte Auer: “Österreichische Molkereien leisten Bedeutsames und ich lasse es einfach nicht zu, sie ins negative Licht zu stellen.” 80 Prozent der Molkereien befinden sich im Besitz bäuerlicher Genossenschaften. Zahlen sie den Bauern mehr, fehlt ihnen die Spanne zum Handel. Wlodkowski meinte dazu heute in einer Aussendung, die Molkereien dürften dem Preisdruck des Handels nicht nachgeben.

Im Gegensatz zur Landwirtschaftskammer unterstützt der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfang Pirklhuber, die IG Milch. “Die Solidarisierung der europäischen Milchbäuerinnen und -bauern für gerechte und kostendeckende Milch-Erzeugerpreise ist notwendig und richtig”, so Pirklhuber. Landwirtschaftsminister Josef Pröll (V) müsse sich dafür einsetzen, dass im Rahmen des aktuellen “Gesundheitschecks” der europäischen Agrarpolitik Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass den milcherzeugenden Betrieben in den Bergregionen und im Grünland in Österreich eine Zukunft ermöglicht werde.

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