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Landtags-Bote feiert Abschied

Er kennt sie alle persönlich, die Landesräte und Landtagsabgeordneten, ist mit allen "Per Du". Er bereitet Landtagssitzungen vor, bringt den Mandataren auf Wunsch wichtige Akten, Anfragen und Anträge, sammelt bei geheimen Abstimmungen die Wahlzettel ein.

40 Jahre lang war Toni Penn im Landtag „das Mädchen für alles“. Gestern zum letzten Mal. Nach über 300 Sitzungen übergab der 75-Jährige sein Amt an Herbert Reiner.

Ein „stiller Diener“

Toni Penn wurde 1932 in Klausen in Südtirol geboren, im Alter von zehn Jahren übersiedelte die Familie nach Bregenz-Vorkloster. „Dort lebe ich auch heute noch.“ 1967 trat Penn seinen Job in der Postabteilung des Landhauses an. „Und nebenher musste ich die Landtagssitzungen vorbereiten und mich um die Abgeordneten kümmern.“

Als er 1993 in den Ruhestand trat, wandte sich Siegi Gasser, der damalige Landtagspräsident, an den dreifachen Familienvater und bat ihn, seiner Aufgabe als „stiller Diener“ trotz Pension weiter nachzugehen. Toni Penn sagte zu: „Weil ich ein leidenschaftlicher Anhänger der Politik bin.“ Um selbst ein politisches Amt anzustreben, dafür reichte die Leidenschaft aber nicht. „Ganz ehrlich“, lacht Penn und deutet mit dem Finger zum Plenum, “über die Jahre hatte ich da drin Politik genug.“

Persönlichkeiten fehlen

Wie hat sich denn der Landtag verändert in den vergangenen Jahrzehnten? „Was dem Landtag heute fehlt, sind Politiker aus der Wirtschaft, und solche mit Profil.“ Wie ein Günther Keckeis, ein Arnulf Häfele, oder ein Kaspanaze Simma. Und sonst? „Auf jeden Fall wird heute mehr geredet als früher“, sagt Toni Penn und grinst verschmitzt. Dass manche Abgeordnete zuweilen zu viel reden, sagt er nicht. Schließlich sind die Mandatare ja alles gute Freunde. Egal welcher Fraktion sie angehören: „Die Farbe hat für mich noch nie eine Rolle gespielt.“ Und was spielt künftig eine Rolle in seinem Leben? „Das Fischen, die Gartenarbeit – und natürlich der Landtag“, lacht Toni Penn. „In Zukunft allerdings nur mehr als einfacher Besucher.“

War denn gar keine Wehmut dabei, gestern, an seinem letzten Arbeitstag? „Nein. Du musst gehen, solange du noch gesund bist. Und: 40 Jahre im Landtag sind genug.“ Recht hat er.

ZUR PERSON

Anton Penn

Beruf: Landtags-Bote
Geboren: 10. Mai 1932 in Klausen in Südtirol.
Familie: Verheiratet, drei Kinder, zwei Enkelkinder.
Laufbahn: 1967 bis 1993 Postchef im Landhaus und Landtags-Bote, seit 1993 Landtags-Bote im Landtag
Hobbys: Fischen, Gartenarbeit

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