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Ländle "strotzt vor Gesundheit"

Lebt sich's in Vorarlberg gesünder als in "Restösterreich" oder leiden unsere Landsleute noch stärker an Jobangst als jene zwischen Tirol und Wien?

Die Frage drängt sich bei einem Blick auf die neueste Krankenstandsstatistik auf. Während Krankenstände 2005 bundesweit erstmals seit 1999 wieder im Steigen begriffen waren, setzte sich in Vorarlberg der Rückgang weiter fort.

„Natürlich ist ein grundsätzlicher Zusammenhang zwischen Sicherheit der Arbeitsplätze und Krankenstandsentwicklung nicht von der Hand zu weisen. Einer Interpretation, dass man im Ländle noch ärger um seinen Job zittern muss als östlich des Arlbergs und sich deshalb unsere Landsleute fast auf allen Vieren noch in die Firma quälen, kann ich aber nicht zustimmen, da es diesbezüglich keine gesicherten Informationen gibt.“ Das erklärte gestern Krankenkassen-Obmann Manfred Brunner auf die „VN“- Frage, ob Vorarlberg deshalb gegen den Österreich-Trend noch „gesünder“ wurde, weil bei uns Kranksein noch schneller mit blauen Briefen „therapiert“ wird als anderswo.

Weniger Langzeitausfälle

Der Chef der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK) zu dem Punkt: „Tatsache ist, dass wir den neuerlichen Rückgang den Frauen zu danken haben. Während ihre Krankenstandstage noch einmal um 5,7 Prozent abnahmen, sind die der Männer ja – sozusagen österreichkonform – um 2,4 Prozent gestiegen.“ Wie erklärt er sich den statistischen Ausreißer Vorarlbergs dann aber wirklich? Brunner: „Da schlagen vielleicht ein höheres Gesundheitsbewusstsein, wohl auch bei uns vermehrt gesetzte gesundheitliche Aktivitäten durch. Zudem sind die langen Krankenstände weniger geworden, was wohl auch effizienteren medizinischen Methoden zu danken ist. Und selbstverständlich trägt die verstärkte Sensibilisierung in den Unternehmen in Sachen Arbeitsunfallprophylaxe hier auch Früchte.“ Schließlich verwies Brunner auf den von der Wirtschaftskammer mit den Ärzten gesuchten Dialog – er hat letztlich zum Ziel, die Krankschreibedauer tendenziell nach unten zu drücken.

Sechs Jahre rückläufig

Für 2005 liegen erst für das erste Jahresdrittel seriös ausgewertete Zahlen vor, für die anderen acht Monate wurde geschätzt bzw. hochgerechnet. Demnach hat sich österreichweit seit 1999 eine kontinuierliche Reduktion der Krankenstandstage pro Beschäftigtem von 14,4 auf 12,2 Tage bis 2004 ergeben – 2005 schnellte dieser Wert wieder auf 12,8 Tage hoch. In Vorarlberg, wo man seit vielen Jahren kürzer krank ist als im Bundesdurchschnitt, nahm die einschlägige Marke erneut von 11,1 (2004) auf 10,9 Tage pro Beschäftigtem ab.

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