Landflucht ins Burgenland? Vorarlberger Paar wandert aus

Aufgrund horrender Wohnkosten und Grundstückpreise lassen Cindy und Mario aus Mäder Vorarlberg, Freunde und Familie schweren Herzens hinter sich.

4000 Quadratmeter Grundstück, mit Wald, eigener Quelle und einem Bach, der sich idyllisch durch den Wald schlängelt und das für 24.000 Euro. Wo? In einem kleinen Dorf im Burgenland. Cindy (45) und ihr Mann Mario wandern aus. Vom teuren Westen in den günstigen Osten. „Im Burgenland kann sich jede Familie ein Einfamilienhaus leisten. Da stehen keine Wohnblöcke herum“, so die gelernte Friseuse aus Mäder. Um sich den Wunsch nach einem Eigenheim erfüllen zu können, verlassen sie ihre Heimat. Freunde und Familie bleiben natürlich im Ländle. Sie werden ihnen fehlen, aber Vorarlberg nicht. Cindy ist keine Skifahrerin, sie mag das Flachland und die burgenländische Mentalität gefällt ihr auch. Auf 1200 Quadratmeter haben sie sich ein Bungalow aus Holz gebaut. Die Allgäuer Firma musste nicht unter Lieferengpässen leiden. Für die Burgenländer ist der Bungalow ein fast exotisches Haus. Immer wieder kommt jemand vorbei und fragt, ob er sich das Haus mal anschauen kann. So etwas hat man hier noch nicht gesehen. "In Vorarlberg ist es fast unmöglich, Grund und Boden zu besitzen. Daher mussten wir für uns und unsere Tiere eine Lösung finden. Unglaubich, diese große Preis-Schere zwischen Ost und West ... freuen uns auf den Neuanfang", schreibt das Paar in einem emotionalen Posting auf Social-Media.

"In Vorarlberg kann ich
mir meinen Traum nicht leisten"

Cindy und Mario wollten sich fürs Wohnen nicht hoch verschulden. Schnell war ihnen klar, dass sie ihre Fühler dann woanders hin ausstrecken müssen. In Vorarlberg ist das nicht möglich. „Ich finde es selbst schade, dass ich als Vorarlbergerin meine Heimat verlassen muss, nur weil ich mir meinen Traum hier nicht leisten kann.“ Zuerst haben sie sich Häuser in Ober- und Niederösterreich und schließlich im Burgenland angesehen. Selbst zu bauen, war nie der Plan. Erst als sie beim Häuserbesichtigen bemerkt haben, wie günstig der Grundstückspreis im Burgenland ist, kamen sie auf die Idee selbst zu bauen. Sie wollten mehr Platz, einen eigenen Garten, die Möglichkeit Gemüse selbst anzubauen.

Ein Sprung ins kalte Wasser

Für Cindy, die sich selbst als alles andere als mutig beschreibt, war das ein Sprung ins kalte Wasser. Fast drei Jahre zuvor hatte sie ihren eigenen veganen Friseursalon Organic Hairroom in Götzis eröffnet. 100 Prozent vegan und tierversuchsfrei war ihr Aushängeschild und es kam gut an. Die Gespräche mit ihren Kund:innen waren anders als in den Friseursalons zuvor. „Nicht so oberflächlich, tiefgründiger.“ Die Kund:innen wollten selbst umweltfreundlich und zum Schutz der Tiere leben. Das wird Cindy vermissen, aber den Beruf nicht. Der Umzug bedeutet für sie auch ein Jobwechsel. Sie möchte eine Ausbildung zur Kindergartenhelferin machen. Weg von der Dienstleistung, hin zu einem Beruf, in dem sie gebraucht wird. Sollte das Leben im Burgenland nicht funktionieren, so können sie immer noch zurück nach Vorarlberg. Aber gerade denkt Cindy nicht daran. Sie freut sich auf das neue Haus, den Wald und ihre neue Küche. Gründe, weshalb viele ein Eigenheim wollen, es sich aber nicht überall leisten können. (VOL.AT)

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