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Landesgeschäftsführer von Grünen und SP nehmen ihren Hut

Bregenz - Sechs Wochen nach der Vorarlberger Landtagswahl haben am Dienstag die Landesgeschäftsführer der SPÖ und der Grünen den Rückzug aus ihren Funktionen bekanntgegeben.
Neue Struktur für Ländle-SP
Franz Lutz und Michael Ritsch im Interview
PK der Vorarlberger SPÖ

SPÖ-Geschäftsführer Franz Lutz mahnte seine Partei bei seinem Abschied vor den Medienvertretern, dringend eine Neupositionierung in der Integrationsfrage vorzunehmen. “Ansonsten wird die SPÖ das KPÖ-Schicksal erleiden”, warnte Lutz. Sowohl Lutz als auch Grünen-Geschäftsführer Mario Lechner begründeten ihren Wunsch nach einem Berufswechsel mit den Anstrengungen des Landesgeschäftsführer-Jobs.

Der 58-jährige Lutz bekannte, den Verlockungen des Angebots einer internationalen Agentur erlegen zu sein. Details zu seiner neuen Aufgabe, die ab 1. Jänner eine Lobbying-Tätigkeit sein wird, wollte Lutz noch nicht nennen. Er hatte die Geschäfte der SPÖ Vorarlberg im Sommer 2007 nach 37-jähriger Tätigkeit bei den ÖBB übernommen – nach eigenen Angaben für weniger Gehalt als bei der Bahn. Parteichef Michael Ritsch erklärte, die Nachfolge-Frage werde bis Februar/März geklärt. Interimistisch übernimmt ab sofort Lutz-Stellvertreter Josef Stampach die Geschäftsführung.

Nach der Niederlage bei der Landtagswahl und den damit verbundenen finanziellen Einbußen geht es laut Ritsch auch darum, grundsätzlich eine neue Struktur zu finden. “Uns stehen in der aktuellen Legislaturperiode künftig statt 750.000 Euro nur noch 550.000 Euro pro Jahr zur Verfügung”, sagte der Landesparteiobmann. Der neue Geschäftsführer werde sicher weniger verdienen als Lutz. Man überlege sich dazu etwa “neue Modelle zur Büroleitung”, so Ritsch. Sowohl Lutz als auch Ritsch betonten aber nachdrücklich, dass die SPÖ-Landesorganisation schuldenfrei da stehe.

Die SPÖ könne dann erfolgreich sein, wenn sie sich gut positioniere, sagte Lutz. “In einer Zeit, in der der Kapitalismus gescheitert ist, müssten unsere roten Nelken blühen”, befand er. Speziell im Bereich der Integration müsse die SPÖ sich ernsthaft überlegen, “wie wir da weitertun”. Auch aus einer linken Position heraus müsse Klartext gesprochen werden. Eine Parallelgesellschaft könne nicht geduldet werden, und die deutsche Sprache sei ein Muss, betonte Lutz. “70 bis 80 Prozent unserer Sympathisanten tragen den derzeitig von uns beschrittenen Weg nicht mit”, schätzte der scheidende Landesgeschäftsführer.

Bei den Grünen wird Mario Lechner (42) die Geschäftsführung noch bis zu den Vorarlberger Gemeindewahlen Mitte März 2010 fortführen. Er teilte in einem Schreiben an den Vorstand und die Mitglieder der Grünen mit, dass er sich beruflich verändern wolle und die Parteigeschäftsführung mit seinen familiären Verpflichtungen nur schwer vereinbar sei. Eine neue berufliche Aufgabe hat Lechner noch nicht: “Was aus mir nun wird, ist völlig offen, und auch ich bin offen für vieles”, schrieb er. Lechner hatte die Geschäftsführung offiziell per 1. Jänner 2003 übernommen.

Sowohl Lutz als auch Lechner werden ihren Parteien treu und auf kommunalpolitischer Ebene aktiv bleiben..

Franz Lutz und Landesparteiobmann Michael Ritsch im Interview.

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