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Land Vorarlberg will mehr Frauen in Gemeindepolitik bringen

Katharina Wöß-Krall (ÖVP), seit dem Frühjahr Bürgermeisterin von Rankweil
Katharina Wöß-Krall (ÖVP), seit dem Frühjahr Bürgermeisterin von Rankweil ©Harrtinger, Lerch
Bregenz - Vor den Gemeindewahlen im Frühjahr bemühen sich Landesregierung und Frauennetzwerk Vorarlberg, Frauen zu mehr Engagement in der Gemeindepolitik zu bewegen.

Von gleicher Teilhabe beider Geschlechter könne in den Gemeindestuben noch immer keine Rede sein, dabei würde sie die Qualität der Entscheidungen steigern, erklärten Landesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne) und Kiki Karu (Frauennetzwerk).

Frauenanteil unter 25 Prozent

In den 100 Jahren, seit Frauen in Österreich das Wahlrecht erhalten haben, habe sich viel getan, sagte Wiesflecker bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. So besteht die neu angelobte Bundesregierung zu gut 50 Prozent aus Frauen, der Vorarlberger Landtag seit den Wahlen im Herbst zu 41 Prozent. Erstmals gibt es in Vorarlberg eine Landeshauptmann-Stellvertreterin. Dennoch könne von gleicher Vertretung beider Geschlechter noch keine Rede sein: In den Vorarlberger Gemeindevertretungen betrage der Frauenanteil - trotz kontinuierlicher Zunahme über die Jahre - gerade einmal knapp 24 Prozent. Dabei wäre gerade dort die Mitsprache beider Geschlechter gefragt, so Wiesflecker, denn in den Gemeinden werde das unmittelbare Lebensumfeld ganz direkt gestaltet.

Neun Bürgermeisterinnen im Ländle

"Diese Themen betreffen Frauen, Mütter, oft ganz direkt - sie sind hier die Expertinnen", warb Katharina Wöß-Krall (ÖVP), seit dem Frühjahr Bürgermeisterin von Rankweil , um mehr weibliche Beteiligung. Wöß-Krall ist eine von derzeit neun Bürgermeisterinnen in den 96 Vorarlberger Gemeinden - drei Frauen haben bereits angekündigt, im Frühjahr nicht mehr zu kandidieren. Vizebürgermeisterinnen gibt es 17, aus dieser Position stieg auch Wöß-Krall in den Bürgermeistersessel auf. Sie werbe aber nicht nur um Frauen im Bürgermeisteramt, sondern wolle "Frauen grundsätzlich bewegen, in der Gemeindepolitik mitzuarbeiten."

Dabei gehe es nicht darum, dass Frauen "bessere Politik machen", stellten Wiesflecker und Wöß-Krall klar. Man komme aber zu den besseren Ergebnissen, "wenn die beschließenden Gremien möglichst divers besetzt sind". Daher wäre auch eine verstärkte Beteiligung von Migranten, Alten, Jungen wünschenswert, ergänzte Kiki Karu vom Frauennetzwerk Vorarlberg, das unter dem Motto "red mit, mach mit, misch mit!" Frauen zur politischen Beteiligung ermutigen will - unter anderem durch Workshops, Folder und Einschaltungen in den Bussen.

"Gesunder Hausverstand genügt"

Karu kennt auch die Gründe gut, die Frauen oft von einem politischen Engagement abhalten: "Es braucht kein Studium. Gesunder Hausverstand genügt!", stellte sie klar. In den Gemeindestuben müsse auch keiner Reden am Podium halten, man tausche sich in der Diskussion einfach aus. Die Vereinbarkeit mit der Familie müsse man sich natürlich organisieren, "aber es geht. Auch Väter können Kinder betreuen!" Zu guter Letzt will sie das Argument "Mich hat keiner gefragt" nicht gelten lassen: "Wenn ich dich nicht kenne, kann ich dich nicht fragen" - interessierte Frauen sollen sich bei den Gemeinden oder Fraktionen melden, das Frauennetzwerk stelle bei Bedarf auch den Kontakt her.

(APA)

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