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"Lachnummer" oder "saubere Lösung"?

Wilfried Seipel, der scheidende Direktor des Wiener Kunsthistorischen Museums, hat von Kulturministerin Claudia Schmied einen Auftrag für zwei Studien erhalten. Seipel soll dafür 100.000 Euro erhalten.

In drei Wochen ist es soweit: Am 1. Jänner 2009 löst Sabine Haag den langjährigen Direktor des Kunsthistorischen Museums (KHM), Wilfried Seipel, ab. Als Bundesbeamter in Pension gehen kann der 64-Jährige allerdings erst mit Ende 2009. Nun hat ihn Kulturministerin Claudia Schmied (S) mit zwei Studien beauftragt, für die der Ägyptologe und Historiker insgesamt 100.000 Euro erhalten soll.

Gegenüber der APA bestätigte der scheidende Direktor, der gerade am Weg zum Flughafen war, einen dementsprechenden Bericht der Tageszeitung “Kurier” äußerst knapp. “Ich bin ab 1. Jänner Privatmann, also sage ich dazu nichts. Aber das Ministerium hat die richtige Information weitergegeben.”

Eine direkte Verbindung zum KHM haben die beiden Studien mit den Titeln “Strategische Ansätze zur Weiterentwicklung der österreichischen Bundesmuseen unter besonderer Berücksichtigung der Forschung als Fundament der Sammlungs- und Vermittlungsarbeit im Internationalen Kontext” und “Vergleich nationaler und internationaler Kulturvermittlungsarbeit an renommierten Kulturinstitutionen” nicht.

Der Grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl nennt die Regelung im “Kurier” eine “Lachnummer” und “Verhöhnung der Steuerzahler”. Im Ministerium spricht man laut dem Bericht von einer “sauberen Lösung”, bei der sich der andernfalls unkündbare Beamte Seipel sinnvoll einbringen könne. Das Honorar sei branchenüblich. Laut einem Rechnungshofbericht habe Seipel 2006 ein Jahresgehalt von rund 260.000 Euro bezogen, so die Zeitung.

“Herr Direktor Seipel geht ein Jahr früher in Pension”, präzisierte ein Sprecher von Kulturministerin Claudia Schmied (S) jene “Konstruktion”, im Rahmen derer der Ende 2008 scheidende Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums im Gegenzug mit zwei Studien beauftragt wurde, für die er 100.000 Euro erhält. Dadurch spare man auch die Fortzahlung des Beamtengehalts für ein Jahr, in dem Seipel ohne adäquaten Job wäre. “Die Studien waren ohnehin geplant, zudem ist Seipel dafür prädestiniert”, so der Sprecher. Insofern würden sich keine Mehrkosten ergeben.

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