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"Lachen sollen die Zuschauer"

Der Ernst des Lebens ist heiter wie die Kunst – von Loriot. Denn Komik hat für ihn mit Irrtum im Alltag zu tun oder mit grotesken Missverständnissen.

Der am Starnberger See und in Berlin lebende Preuße Vicco von Bülow, der morgen, Mittwoch, 85 Jahre alt wird, wollte beweisen, dass die Deutschen wie alle anderen Nationen auch Humor haben – und ist damit prompt einer der populärsten Deutschen geworden.

Legendäre Dialoge

Loriot hat legendäre Männer-Frauen-Dialoge geschrieben und den vielleicht bekanntesten Rentner und Lottomillionär der Fernsehgeschichte geschaffen – Erwin Lindemann (alias Heinz Meier), der seit 66 Jahren Rentner ist und mit seiner Tochter und dem Papst in Wuppertal eine Herrenboutique eröffnen will.

Auch der Streit um das hartgekochte Frühstücksei mit dem Schlusssatz „Morgen bringe ich sie um!“ ist TV-Kult geworden. Aber auch für Kleinsparer hatte Loriot immer und vielleicht wieder ganz aktuelle Finanztipps parat: „Ein 97-jähriger Angestellter kann mit 53 Kindern eine Steuerersparnis von 386.000 Mark jährlich erzielen.“ Trotz aller Popularität hat es Bernhard Victor Christoph Carl von Bülow, der seinen Künstlernamen Loriot nach der französischen Bezeichnung für das Wappentier der Bülows (den Pirol) wählte, wie viele andere namhafte Humoristen auch immer gewurmt, dass die deutschen Komiker und Humoristen auf ihrer Werteskala weit unten ansiedeln. „Der Tragöde ist ganz oben.“

Dabei ist doch der Schritt vom einen zum andern oft nur klitzeklein, wie Loriot meint. Die „Fallhöhe“ machts. Er zeige doch nur allzu menschliche Dinge, die jedem passieren können und einen großen Wiedererkennungswert haben. In diese Kategorie gehört auch sein Kinodebüt „Ödipussi“. Der Film, in dem der 56-jährige Möbelverkäufer von seiner Mutter immer „Pussi“ gerufen wird, war 1988 ein Riesenerfolg. Danach drehte er noch „Pappa ante portas“.

Sein achter Mops . . .

Nach so viel „Dienst am Humor“ hat sich Loriot längst zurückgezogen, blickt sinnierend auf den Starnberger See oder spaziert um den Berliner Savignyplatz, wo man den alten Herrn Emil, seinen achten Mops („Ein Leben ohne Möpse ist möglich, aber sinnlos“), auf der Parkbank sitzen sehen kann. Auf die Frage, ob er das Gefühl verspüre, „dass man gehen soll, wenn es am schönsten ist“, antwortet Vicco von Bülow in preußisch knapper Manier: „Ja“.

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