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Labor ist sein zweites Zuhause

Schwarzach - Er verbringt Tage und Nächte im Labor. Den Urlaub nützt Dr. Nicolas Zech lieber für den Besuch von Kongressen. Dabei könnte er seine Freizeit gut mit Bergläufen und Fliegen füllen.

Doch noch mehr hängt sein Herz eben an der Stammzellenforschung. Mittlerweile gehört der junge Bregenzer zu den Großen einer weltweit handverlesenen Zunft. Derzeit arbeitet Nicolas Zech an einem Privatinstitut in Chicago. Aber irgendwann will er „stark zurückkommen“ und seinen Beitrag zum Aufbau dieses zukunftsträchtigen medizinischen Bereiches leisten.

Noch ist es allerdings nicht so weit. „In Europa kann man mit sehr wenigen Wissenschaftlern über dieses Thema reden“, bedauert er. Am offensten zeigen sich die Engländer und Skandinavier.

Seinem Heimatland stellt der 34-Jährige indes ein dürftiges Zeugnis aus. „Es gibt für die Wissenschaft sehr wenig Unterstützung“, meint er unverblümt. Das „Festhalten an alten Zöpfen“ mache es schwierig, neue und erwiesenermaßen erfolgreiche Therapieformen mit Stammzellen zu etablieren. Doch der Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe ist überzeugt: „Die Entwicklung wird sich nicht aufhalten lassen.“ Und er will mit dabei sein.

Es lag nicht im Zeitgeist, als sich der smarte Arztsohn entschloss, sein berufliches Dasein der Erforschung und dem Einsatz von Stammzellen für die Volksgesundheit zu widmen. Er wusste mit 18, was er wollte. Sein Ausgangspunkt: Wenn Zellen die Fähigkeit haben, aus einem Embryo einen erwachsenen Menschen zu machen, müssen sie auch mehr können. Tun sie, wie nicht nur Klonschaf Dolly bewies.

Heute gibt es bereits über vierzig therapeutische Optionen. So zählt etwa die Behandlung von kindlicher Leukämie mit Stammzellen aus dem Blut der Nabelschnur zum medizinischen Standard. Studien haben auch gezeigt, dass die Behandlung eines Herzinfarktes mit körpereigenen Zellen bessere Ergebnisse bringt als jene mit einem Medikament.

„Diabetes lässt sich ebenfalls besser behandeln“, so Zech. Gleiches werde in durchaus absehbarer Zeit bei Rheuma, Schlaganfall und Krebs möglich sein. Blut, das Gold der Zukunft: Aber genau daran mangelt es. Während in Amerika die Eigenvorsorge mit Blut boomt, ist es in Europa als Währung für medizinische Notfälle noch rar. „Es fehlt an der Information der Leute durch die Ärzte“, merkt Nicolas Zech kritisch an. Überhaupt, so meint er, müsste die Bereithaltung von Eigenblut ein Teil der Vorsorge werden. An der Umsetzung dieser seiner Vision arbeitet der Bräutigam in spe.

ZUR PERSON

  • Geboren: 7. August 1973 in Feldkirch
  • Wohnort: Chicago, verlobt, Hochzeit im Juni
  • Beruf: Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe mit Schwerpunkt Stammzellenforschung und medizinisches Anti-Aging
  • Hobbys: Beruf, Fliegen, Ausdauersport
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