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Kurz fordert mehr Geld aus Wien für Syriens Nachbarländer

Hilfe an Ort und Stelle laut Kurz auch wirtschaftlich sinnvoller
Hilfe an Ort und Stelle laut Kurz auch wirtschaftlich sinnvoller
Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hat sich für eine Aufstockung der österreichischen Hilfsgelder für die Flüchtlinge in den Nachbarländern Syriens ausgesprochen. "Es braucht eine Steigerung des europäischen, aber auch des österreichischen Beitrags", sagte Kurz gegenüber der APA. In den Nachbarländern Syriens ließe sich bei gleichem Mitteleinsatz viel effizienter und nachhaltiger helfen.

“Es braucht einen Systemwechsel zu mehr Hilfe vor Ort”, sagte Kurz, der als Minister auch für die österreichische Entwicklungshilfe zuständig ist. Die Grundversorgung für 80.000 Asylwerber in Österreich kostet heuer nach Schätzungen des Ministeriums rund 420 Millionen Euro. “Mit dem gleichen Geld versorgt man in der Türkei 1,5 Millionen Menschen im Jahr, in anderen Ländern noch mehr”, sagte der ÖVP-Minister. Es brauche darum mehr österreichisches Engagement in der Region, und er hoffe, dass bereits der EU-Gipfel am Mittwochabend in Brüssel in diese Richtung weise.

Österreich bei Hungerhilfe säumig

Angesprochen auf einen Bericht des “Standard”, nach dem Österreich bei der Überweisung von zugesagten Geldern an das World Food Programme (WFP) heuer bisher säumig war, sagte Kurz, der ausständige Betrag – 400.000 Euro an Hungerhilfe für syrische Flüchtlinge und 250.000 für Nepal – werde “demnächst ausbezahlt”.

Auch so ist der österreichische Beitrag zum WFP allerdings vergleichsweise niedrig, wie aus einer Aufstellung der Organisation hervorgeht: Während etwa die Schweiz seit 2011 rund 336 Mio. Dollar überwiesen hat, machte der österreichische Beitrag in diesen Jahren nur 4,26 Mio. Dollar aus. Damit liegt Österreich nur auf Platz 68 von 150 Beitragszahlern – hinter der Dominikanischen Republik, Indonesien und Malaysia.

Der Grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz hatte Außen-und Finanzminister aufgefordert, 50 Millionen Euro für das WFP locker zu machen. Die Regierung ihrerseits hatte am Dienstag zusätzliche Mittel in der Höhe von zwei Millionen Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds und dem Budget der Entwicklungshilfe-Agentur ADA für die Unterstützung syrischer Kriegsflüchtlinge vor Ort beschlossen.

(APA)

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