Kurz: Arbeitslosigkeit meines Vaters war prägende Phase in meiner Jugend

©Archivbild - APA-ROLAND SCHLAGER
Sein Vater sei als über 50-Jähriger arbeitslos geworden. Das habe ihn als Jugendlichen sehr geprägt, erzählt der Kanzler ungewohnt offen.

Am Montag ist es im Parlament zu einer emotionalen Debatte rund um die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gekommen. 

Kritik an Corona-Management und Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit

Die Opposition hat das Corona-Krisenmanagement der Regierung in der heutigen Parlaments-Debatte verrissen. FP-Klubchef Herbert Kickl bezeichnete die Corona-Ampel als "Totgeburt", NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger attestierte der Regierung fehlende Strategie und totale Ahnungslosigkeit und SP-Sozialsprecher Rainer Wimmer machte Kurz' Behauptung, besser als andere Länder durch die Krise gekommen zu sein, "sprachlos".

"Arbeitslose wie noch nie"

"Gut durch die Krise gekommen? In welchem Land leben Sie", kritisierte Wimmer in Richtung des ÖVP-Chefs. "Wir haben Arbeitslose wie noch nie und Sie schauen zu", warf der SP-Gewerkschafter dem Kanzler vor. Und: "Die Arbeitnehmer sind Ihnen wurscht und die Arbeitslosen sind Ihnen egal."

Kurz: Auch mein Vater war arbeitslos - das war prägend für mich

Das wollte Kurz nicht auf sich sitzen lassen, setzte zu einer - im Parlament eher seltenen - direkten Replik an und erinnerte daran, dass auch sein Vater als über 50-Jähriger arbeitslos geworden sei: "Das war eine der prägendsten Phasen in meiner Jugend und wenn ich eines genau weiß, dann ist es, dass ich dankbar bin für jede Familie, der wir so eine Phase in Österreich ersparen können."

Wöginger: "Corona-Tausender" unseriös

Unterstützt wurde der ÖVP-Chef von seinem Klubobmann August Wöginger. Er warf der SPÖ vor, mit dem Drängen auf einen "Corona-Tausender" unseriös zu argumentieren, weil diese Forderung für Familien mit Kindern durch die diversen Zuschüsse der Regierung ohnehin schon erfüllt sei.

Kickl: "Am Ende verlieren Sie Ihre Arbeit"

Für FP-Klubchef Kickl erschwert die Regierung mit ihrem "Daueralarmismus" den Rückgang der Arbeitslosigkeit. "Sie rufen die zweite Welle aus und testen sie sich selber herbei", warf Kickl Kurz vor. Offenbar fühle sich der Kanzler in seiner "neuen Normalität" pudelwohl, kritisierte der FP-Politiker und hoffte, "dass am Ende Sie Ihre Arbeit verlieren und zwar die als Regierungschef".

Koza: Milliardenhilfen für Kurzarbeiter und Arbeitslose

Grünen-Sozialsprecher Markus Koza verteidigte die Regierung, habe diese doch einen "Kraftakt" gegen die Arbeitslosigkeit versucht - mit den Milliardenhilfen für Kurzarbeiter und Arbeitslose, mit der angekündigten 700 Mio. Euro schweren Arbeitsstiftung und mit zusätzlich 500 Jobs beim AMS. Das seien einmalige Investitionen, die es in keiner Krise gegeben habe - auch nicht in der Wirtschaftskrise 2008.

Meinl-Reisinger: Sommer nicht gut genutzt

NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger warf der Regierung schließlich vor, den Sommer nicht genutzt zu haben und mit widersprüchlichen Botschaften Unsicherheit zu verbreiten. Da sehe Kurz einmal "Licht am Ende des Tunnels", verkünde wenig später selbst die "zweite Welle" und die Corona-Ampel werde "politisch umgebracht". Die Regierung schaffe es nicht, die Menschen mitzunehmen, kritisierte die NEOS-Chefin. Was sie der Koalition aber attestierte: "Sicheres Auftreten bei totaler Ahnungslosigkeit."

(APA)

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