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Kurios: Ist Forscherlegende Charles Darwin etwa von den Toten auferstanden?

Ist Charles Darwin etwa zwei Jahrhunderte später wieder auf den Galapagos-Inseln unterwegs?
Ist Charles Darwin etwa zwei Jahrhunderte später wieder auf den Galapagos-Inseln unterwegs? ©AFP
Nanu, was ist denn hier los? Ist Charles Darwin etwa plötzlich von den Toten auferstanden? Ein Mann, der Forscherlegende Charles Darwin zum Verwechseln ähnlich sieht, läuft auf den Galapagos-Inseln herum und beobachtet die vielfältige Tierwelt - wie Darwin einst selbst.

Nein, es ist noch nicht Halloween - trotzdem scheint der bereits 1882 verstorbene Naturforscher Charles Darwin, der vor allem für seine Beiträge zur Evolutionstheorie weltbekannt ist, plötzlich wieder auf den Galapagos-Inseln seinen Forschungen nachzugehen. Oder eher: Es sieht so aus, als wäre es Charles Darwin. In Wahrheit heißt der Mann mit dem langen grauen Bart und dem altmodischen braunen Anzug Kenneth Noll (66). Der pensionierte US-Professor für Mikrobiologie ist ein riesiger Fan des britischen Forschers aus dem 19. Jahrhundert.

Kenneth Noll präsentiert sich in einem stilechten Darwin-Kostüm. (Quelle: AFP)

Große Fan-Liebe

Noll beschäftigt sich schon seit Jahren intensiv mit dem weltberühmten Wissenschaftler: In seinem Keller hat er sogar Darwins Arbeitszimmer nachgebaut. Außerdem liebt er es, andere über Darwins Reisen und Forschungen zu informieren und Anekdoten aus Darwins Privatleben zu erzählen. Dafür schlüpft er auch gerne in einen stilechten Anzug und geht mit britischem Akzent und falschem Bart in Museen, Schulen, Kirchen und Bibliotheken.

Der Professor aus den USA schlüpft gerne in sein Darwin-Kostüm und erzählt anderen über Darwins Forschung und Leben. (Quelle: AFP)

Darwins weltbewegende Entdeckungen

Charles Darwin reiste zu seinen Lebzeiten an Bord des britischen Marineschiffs "HMS Beagle" durch Südamerika - und besuchte dabei 1835 auch die Galapagos-Inseln, den wohl wichtigsten Halt auf seiner Reise. Denn hier machte er Beobachtungen, die ihn zu seiner Evolutionstheorie inspirierten: Zwar kamen ihm viele Arten bekannt vor - es schien sie aber nur auf den Galapagos-Inseln zu geben.

Noll ist ein großer Bewunderer des britischen Forschers. (Quelle: AFP)

Außerdem erkannte er, dass sich die Arten auf einigen der Inseln teilweise von denen auf anderen Inseln unterschieden: Riesenschildkröten mit anderen Panzern, Kormorane mit anderen Flügeln und Finken mit anderen Schnäbeln. Ihm wurde klar, dass die Galapagos-Inseln zusammen, aber auch jede für sich, ihre ganz eigene Tier- und Pflanzenwelt haben. Das brachte ihn auf die Idee, dass die Arten weiterentwickeln - und eben auch durch geografische Besonderheiten auseinanderentwickeln. 1859 legte er seine Evolutionstheorie schließlich in seinem Hauptwerk "Über die Entstehung der Arten" dar.

Der pensionierte Professor wandert auf den Spuren Darwins. (Quelle: AFP)

Eine besondere Reise

Deshalb besucht Noll jetzt zwei Jahrhunderte nach seinem Idol die Inselgruppe in Ecuador und beobachtet - wie einst Darwin - Meerechsen und Blaufußtölpel. Zusammen mit seiner Frau macht er eine Kreuzfahrt, um einen Teil von Darwins Reise nachzuerleben.

Noll beobachtet auf den Galapagos-Inseln Meerechsen und Blaufußtölpel - wie einst Charles Darwin. (Quelle: AFP)

"Ich versuche, die gleichen Dinge wie Darwin zu empfinden. Ich bin Wissenschaftler, also möchte ich die gleiche Aufregung spüren wie er. Und ich will versuchen, das dem Publikum zu vermitteln", erklärt der Pensionist gegenüber Nachrichtenagentur AFP. Neben seinen Beobachtungen am Strand, hält er außerdem einen Vortrag vor anderen Kreuzfahrt-Passagieren - natürlich in seinem stilechten Darwin-Kostüm - und besucht eine Schule und das Charles-Darwin-Forschungszentrum in Puerto Ayora, wo er ebenfalls einen Vortrag hält.

Kenneth Noll möchte "die gleiche Aufregung spüren" wie sein Idol. (Quelle: AFP)

"Ich denke, Darwin würde sich freuen, wenn er wüsste, dass jemand so etwas tut", meint der 66-Jährige. Sein Idol habe schließlich alle seine Bücher "für die breite Öffentlichkeit" geschrieben.

(VOL.AT)

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