Kumpel-Bergung mit Happy-End: Letzter Retter aus Mine geholt

Nach der erfolgreichen Bergung der 33 Minenarbeiter in Chile hat auch der letzte Retter den Stollen in mehr als 600 Meter Tiefe verlassen. Damit war die spektakuläre Rettungsaktion in der Atacama-Wüste in der Nacht auf Donnerstag abgeschlossen.
Chile jubelt: Alle 33 Kumpel sind gerettet
Spektakuläre Rettung I
Spektakuläre Rettung II
Spektakuläre Rettung III
Spektakuläre Rettung IV
Erster Kumpel gerettet
Die Rettung steht kurz bevor
Bohrungen erreichen Kumpel
Kumpel feiern den Durchbruch
Erster Rettungskäfig angeliefert
Verschütteter Vater geworden
Flehen um rasche Befreiung
Das sind die Verschütteten
Lebenszeichen geschickt

Die sechs Erstretter, darunter mehrere Marine-Soldaten, waren zu Beginn der Bergung in die Tiefe hinabgefahren, um die Kumpel für die Auffahrt zu instruieren.

Als letzter Retter kam Manuel Gonzalez am Donnerstag um 00.32 Uhr Ortszeit (5.32 Uhr MESZ) aus dem Schacht. Der Mitarbeiter vom staatlichen Minenunternehmen Codelco war als Erster zu den Kumpel hinabgelassen worden. Die gesamte Rettungsaktion dauerte damit bis zu ihrem Abschluss etwas mehr als 24 Stunden.

Als letzter der 33 Bergarbeiter war am Mittwoch um 21.55 Uhr Ortszeit (Donnerstag, 02.55 Uhr MESZ) der Schichtführer Luis Urzua Iribarren aus der Phönix-Rettungskapsel gestiegen. Er und seine 32 Leidensgenossen waren am 5. August verschüttet worden. Sie wurden nach ihrer Rettung in ein Krankenhaus der Stadt Copiapo geflogen.

Mission erfüllt, Chile feiert 33 Gerettete

Mission erfüllt, das Wunder ist perfekt: Die historische Rettungsaktion in Chiles San-Jose-Bergwerk ist geglückt. Am späten Mittwochabend (Ortszeit) fuhr der letzte der 33 verschütteten Kumpel aus dem Stollen auf, in dem die Minenarbeiter 69 Tage lang in mehr als 600 Metern Tiefe gefangen waren. Die perfekt organisierte Rettungsaktion dauert 22 Stunden und 39 Minuten. Zum Schluss mussten nur noch die verbliebenen Erstretter nach oben geholt werden.

Als letzter Kumpel entstieg der Schichtführer und “Boss” genannte Bergarbeiter Luis Urzua Iribarren der Phönix-Rettungskapsel. Er hatte in der Tiefe entscheidend zum Zusammenhalt der Gruppe beigetragen. Urzua wollte erst alle Männer gerettet wissen, bevor er sich selbst auf den Weg nach oben machte. Er wurde mit frenetischem Jubel empfangen und vom sichtlich ergriffenen Präsidenten Sebastian Pinera umarmt. “Sie haben Ihre Aufgabe erfüllt”, sagte Pinera. “Ich gratuliere Ihnen, Sie sind ein guter Kapitän.” Der Staatschef harrte die ganze Zeit am Ausgang des Rettungsschachtes aus und begrüßte die Kumpel mit den Worten: “Willkommen zurück im Leben.”

Die im Schacht verbliebenen Retter hielten Minuten nach der Bergung des letzten Kumpels ein Schild in die unterirdisch installierten Kameras. Darauf stand: ”Mision cumplida Chile” (Mission erfüllt Chile). Auf der Oberfläche knallten unterdessen die Sektkorken und die Menschen sangen die Nationalhymne.

Pinera dankte den Kumpel für ihre Ausdauer und den Rettern für deren unermüdlichen Einsatz. “Chile ist heute nicht mehr das gleiche Land wie vor 69 Tagen”, sagte er. Das Land sei heute geeinter und stärker und werde in Welt mehr respektiert und geschätzt. Die Bergleute hätten ein leuchtendes Beispiel von Mut, Loyalität und Kameradschaft gezeigt. Pinera fügte aus ganzem Herzen hinzu: “Viva Chile!” (“Es lebe Chile“).

Um ihre Augen nach Wochen in der Dunkelheit vor dem Tageslicht zu schützen, trugen alle Bergleute extra dunkle Sonnenbrillen. Nach einem kurzen Treffen mit ihren Angehörigen und einem ersten ärztlichen Check bei der Mine wurden einige der Männer in ein Krankenhaus im nahen Copiapo gebracht, wo sie genauer untersucht werden sollten. Die meisten befänden sich in einem “zufriedenstellenden Zustand”, sagte Gesundheitsminister Jaime Manalich. Zwei Kumpel müssten sich allerdings am Donnerstag einer schweren Zahn-OP unter Vollnarkose unterziehen, ein weiterer werde wegen einer Lungenentzündung mit Antibiotika behandelt.

Der als 27. Bergmann befreite Franklin Lobos Ramirez war in sichtlich guter Verfassung, als er oben ankam. Chiles Ex-Fußballstar wurde nach der Ankunft von seiner Tochter bestürmt und umarmt. Sie hatte ihm einen Ball mitgebracht, den Lobos auch sofort mit dem Fuß empor kickte. “Er hat das wichtigste Match seines Lebens gewonnen”, kommentierte das chilenische Fernsehen.

Jede Ankunft wurde von den Familien gefeiert. Dabei spielten sich bewegende Szenen ab. Viele Kumpel dankten Gott für ihre Rettung und trugen T-Shirts mit der Worten “Gracias Senor, thank you Lord” (Danke Herr). Dann folgte ein Auszug aus Psalm 95 der Bibel: “In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, sein sind die Gipfel der Berge” und zum Schluss: “Ihm gehören Ehre und Ruhm.”

Für die Bergleute ging am Mittwoch ein langes Leiden zu Ende. 69 Tage schwankten sie und ihre Familien zwischen Angst und Hoffnung. Nie zuvor mussten Bergleute so lange unter Tage ausharren. Die Kumpel wurden nach ihrer Auffahrt einem medizinischen Vorcheck im Feldlazarett unterzogen und dann per Hubschrauber ins Krankenhaus der Stadt Copiapo geflogen. Dort wurden die Untersuchungen fortgesetzt.

Die Kumpel waren seit dem 5. August in der Kupfer- und Goldmine in der Atacama-Wüste rund 800 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago festgesessen. Erst nach 17 Tagen konnte die Gruppe ein Lebenszeichen absetzen und wurde danach durch enge Röhren mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Kleidung, elektronischen Geräten, Klappbetten versorgt. Nach der rettenden Auffahrt beginnt für die Kumpel und deren Familien nun der schwierige Weg zurück in ein normales Leben.

Zahlreiche Fernsehsender rund um den Globus übertrugen die Bilder der Rettung live. In der chilenischen Hauptstadt Santiago wurde die Nachricht der geglückten Aktion mit einem Hupkonzert gefeiert.

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