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Kritik für die Entwicklung der Salzburger Festspiele

Der Schauspiel-Chef der Salzburger Festspiele Thomas Oberender
Der Schauspiel-Chef der Salzburger Festspiele Thomas Oberender ©APA
Nach dem scheidenden Intendanten Jürgen Flimm übt auch der Schauspiel-Chef der Salzburger Festspiele, Thomas Oberender, Kritik an der Entwicklung des Festivals: Das Einfrieren der jährlichen Subventionen durch die öffentliche Hand rücke private Geldgeber in den Vordergrund. "Wir sind auf dem Weg zu einem börsennotierten Unternehmen, grauenhaft", sagte Oberender in einem Interview mit dem "Standard"
Anna Netrebko in "Romeo et Juliette" bei den Salzburger Festspielen 2010
Ben Becker, Salzburger Festspiele 2010

Wenn die laufenden Förderungen nicht einmal der Inflation angepasst würden, müssten die Kosten aus dem Betrieb heraus gespart oder durch Sponsoren ausgeglichen werden. “Ich bin bereits sehr talentiert, Koproduktionsverträge und Gagen auszuverhandeln, aber irgendwann ist Schluss. Die Strategie sollte sein, dass wir auch bei der Oper die Exklusivität aufgeben und mehr Koproduktionen zeigen”, meinte der Deutsche, der noch eine Saison in Salzburg bleibt.

Würden die Sponsoren ins Schaufenster gestellt, die ihre kapitalistischen Interessen verfolgen, ändere das den Charakter der Festspiele hin Richtung börsennotiertes Unternehmen. “Eigentlich produzieren wir doch Schönheit, Bedeutung, Sinn, Freude, aber keine Autos.” Aber die Politik verschließe die Augen. “Die Festspiele produzieren jedes Jahr eine enorme kulturelle Repräsentanz, einen atemberaubenden Glamour. Das ist alles nur noch hysterisch.”

Zum Vorwurf, dass es heuer im Schauspiel keine Eigenproduktionen gab, merkte Oberender an, dass eine solche für ihn kein Wert an sich sei. Eine Eigenproduktion mit einem bestimmten Volumen mache nur Sinn, wenn man sie zur Amortisierung zwei Jahre spiele. Wichtiger sei, dass die gezeigten Arbeiten vor Ort Premiere hätten und in einem Salzburger Spielplanzusammenhang entstünden.

Selbstkritisch bilanzierte der Schauspielchef, dass für das Young Directors Project heuer Regisseure und nicht Projekte eingeladen wurden und daher manche Aufführungen nicht so geglückt waren. Für Salzburg und nur für Salzburg sei die Auswahl nach Produktionen wahrscheinlich sinnvoller: “Wir sind kein Stadttheaterbetrieb, das Risiko des Produzierens dankt uns keiner. Wir sind zum Erfolg verpflichtet.”

Die Pläne für seine letzte Saison in Salzburg deutete er im Interview nur vage an: “Ich werde zwei Uraufführungen machen und einen großen Klassiker zeigen – in einem überraschenden Format. Und dann ein Stück, das für eine bestimmte Schauspielerkonstellation erfunden wurde – mit einem älteren Schauspieler, der lange nicht zu Gast war, und einem jüngeren, die ein gutes Paar ergeben.”

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