Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Krise in der SPÖ nach schlechtestem Ergebnis in der Geschichte

Darf sie weitermachen?
Darf sie weitermachen? ©APA - Herbert Neubauer
Die Sozialdemokraten sind neben der FPÖ der große Verlierer der NR-Wahl 2019.

Die Verlierer der Wahl zum Nationalrat sind die rechte FPÖ und die Sozialdemokraten. Für die SPÖ von Parteichefin Pamela Rendi-Wagner reichte es nur zu 21,8 Prozent - ein Minus von rund 5 Prozentpunkten und der historisch schlechteste Wert der SPÖ. 

Die historische Wahlschlappe der SPÖ bei der Nationalratswahl hat am Sonntag wenig überraschend nicht zu ausgelassener Partystimmung im Festzelt vor der Parteizentrale geführt. Eine für 20.30 Uhr angekündigte Rede von Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda wurde kurzerhand abgesagt.

Sogar die gut gemeinten Durchhalteparolen der Parteichefin ließen enttäuschte Gesichter im Wahlkampfzelt zurück, über das schlechte Ergebnis konnte man auch mit aufmunternden Worten nicht hinwegtäuschen.

Im SPÖ geführten Burgenland haben die Sozialdemokraten bei der Nationalratswahl den Nummer 1-Status an die ÖVP verloren: Die Volkspartei, 2017 mit 32,8 Prozent noch knapp hinter der SPÖ, erreichte diesmal 38,5 Prozent und überholte damit die Sozialdemokraten, die auf 29,7 Prozent (-3,3 Prozentpunkte) kamen.

In Wien hat die SPÖ zwar den ersten Platz verteidigt - aber mit beträchtlichen Verlusten. Laut dem vorläufigen Endergebnis (ohne Wahlkarten, Anm.) kommen die Roten auf 28,9 Prozent, ein Minus von fast 6 Prozentpunkten in der roten Hochburg. 

Staudinger: Ergebnis nicht auf Rendi-Wagner schieben

Vorarlbergs SPÖ-Landesparteichef Martin Staudinger wollte die Verantwortung für das schwache Abschneiden der SPÖ nicht primär bei Parteichefin Pamela Rendi-Wagner suchen. Nach so einem Wahlkampf könne man das Ergebnis nicht einfach auf eine Person schieben, stellte er gegenüber der APA fest. An einer Personaldiskussion hinsichtlich Rendi-Wagner wollte sich Staudinger nicht beteiligen.

An eine Regierungskoalition mit der ÖVP glaubt Staudinger nicht. Die ÖVP werde zunächst mit anderen Parteien über ein Regierungsbündnis reden, zeigte sich Staudinger überzeugt. Von daher sei eine SPÖ-Regierungsbeteiligung wohl "kein Thema".

"Die nächsten zwei Wochen werde ich mich auf den Wahlkampf für die Landtagswahl in Vorarlberg konzentrieren", so Staudinger. Für den 13. Oktober sei er optimistisch: "Auf der Straße haben mir viele gesagt, dass sie zwar die Bundes-SPÖ nicht wählen, ihnen aber mein Kurs des Miteinander gefällt".

Tirols SPÖ-Chef fordert "Kurskorrektur"

Der Chef der Tiroler Sozialdemokraten, Georg Dornauer, hat eine "Kurskorrektur" als erste Reaktion auf die Hochrechnung zur Nationalratswahl gefordert. Offenbar habe die SPÖ im Wahlkampf nicht überzeugen können, daher müsse die Partei "ohne Scheuklappen und Tabus" das Ergebnis besprechen, sagte er im APA-Gespräch. Trotz der Stimmeneinbußen will Dornauer, dass die SPÖ künftig mitregiert.

"In der SPÖ muss sich was ändern", sagte Dornauer. Trotz guter Arbeit im Nationalrat, habe man kein besseres Ergebnis erzielen können. Auch junge Wähler zu gewinnen und der FPÖ "nach dieser skandalträchtigen Zeit" Wähler abzuwerben sei nicht gelungen. "Die SPÖ hat die Wahl verloren", meinte er.

Eine Regierungsbeteiligung war für den Tiroler SPÖ-Chef aber nicht vom Tisch: "Ich strebe in Tirol in Richtung Regierung und natürlich auch im Bund", sagte Dornauer. Für eine türkis-rote Koalition wollte er sich - im Gegensatz zum Wahlkampf - nicht mehr klar aussprechen. "Das muss man neu bewerten", meinte er. Es sei "immer wichtig, auf Augenhöhe" Gespräche zu führen. Er wolle jedenfalls nicht "gemeinsam mit der FPÖ auf der Oppositionsbank sitzen".

Eine Debatte um die Parteichefin Pamela Rendi-Wagner will Dornauer nicht führen: "Das ist das einzige, das sich Kurz jetzt wünscht".

Thomas Drozda zieht sich als SPÖ-Bundesgeschäftsführer zurück

Thomas Drozda zieht sich als SPÖ-Bundesgeschäftsführer zurück. Das teilte er Montagvormittag gegenüber Journalisten mit: Ein Wahlergebnis wie gestern muss Konsequenzen haben. Er wolle mit diesem Schritt einen Reformprozess in Gang setzen. Wien. Betont wurde vom scheidenden Bundesgeschäftsführer, dass ihm gegenüber niemand Druck ausgeübt habe. Er habe heute Früh Parteichefin Pamela Rendi-Wagner über seinen Schritt informiert und diese habe ihn bedauert. Sein Mandat im Nationalrat wird Drozda selbstverständlich annehmen. Auch Kultur- und Mediensprecher will er bleiben.

Rendi-Wagner will Weg der Menschlichkeit weitergehen

Parteichefin Rendi-Wagner gibt sich kämpferisch: Dieses Ergebnis ist eine Zwischenstation. Unser Weg geht weiter. Und es ist ein Weg der Menschlichkeit und des Zusammenhalts.“

In Zukunft müsse sich die Partei öffnen, fordert Andreas Schieder, der SPÖ-Delegationsleiter im Europaparlament. Die Partei müsse lebhafter werden - es gebe aber "genügend junge Leute in der Partei, die an eine positive Veränderung glauben".

(APA)

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Nationalratswahl
  • Krise in der SPÖ nach schlechtestem Ergebnis in der Geschichte
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen