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Krise in der FPÖ - Nach Wahldebakel droht ein innerparteilicher Aufstand

Dürfen die Beiden nach der Wahlniederlage weitermachen?
Dürfen die Beiden nach der Wahlniederlage weitermachen? ©APA - Hans Klaus Techt
Es gärt in der FPÖ nach der Wahlschlappe am Sonntag. Den Freiheitlichen droht ein interner Machtkampf. Wer wird in Zukunft die Parteispitze der FPÖ bilden?
Enttäuschte Gesichter bei der FPÖ

Verhaltener ist der Applaus in der FPÖ-Zentrale beim Bekanntwerden einer Hochrechnung selten ausgefallen: Durchwegs zermürbte Gesichter machten jene Funktionäre, die zumindest erschienen waren, auf der kleinen Bühne im ebenso überschaubar großen Medienzentrum der Freiheitlichen.

Ihre zweitgrößte Wahlschlappe nach 2002 muss die FPÖ mit ihrem neuen Parteichef Norbert Hofer bei der Nationalratswahl heute, Sonntag, einstecken. Ibizagate und dann noch die kurz vor der Wahl bekannt gewordene Spesenaffäre rund um Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache bescheren ihr laut Hochrechnung mit einem zweistelliges Minus ein Ergebnis, das schwächer ist als das erste mit Strache 2008.

FPÖ-Chef Norbert Hofer hat am Sonntagabend klargestellt, dass die freiheitliche Doppelspitze mit ihm und Ex-Innenminister Herbert Kickl im Amt bleiben werde. Gleichzeitig bekräftigte er in der Runde der Spitzenkandidaten im ORF, dass die Partei aus den Fehlern lernen und sich "neu aufsetzen" müsse.

Die Doppelspitze Hofer und Kickl glücklich beim Wahlkampf-Abschluss - APA

In der Partei wollen aber bereits kurz nach dem Wahlergebnis einige hochrangige Funktionäre einen umfassenden Neustart mit neuen Gesichtern und Strukturen.

Vilimsky will Neustart mit neuen Gesichtern

Angesichts der ersten blamablen Hochrechnungen für die FPÖ will Generalsekretär Vilimsky einen Neustart für seine Partei. Man müsse "neue Gesichter in verantwortungsvolle Rollen holen" , sagte er am Sonntag in einer ersten Reaktion. Zudem müsse man nun eine "Wählerrückholaktion" starten, die sicher nicht wieder zehn Jahre dauern werde.

"Es enttäuscht mich auf der einen Seite", kommentierte Vilimsky die Verluste für die Freiheitlichen. Allerdings zeige es auch, dass die "rot-weiß-rote Wählerburg uneinnehmbar" sei. Parteichef Norbert Hofer und der geschäftsführende Klubobmann Herbert Kickl hätten sich als Doppelspitze "hervorragend bewährt".

Das voraussichtliche Wahlergebnis zeige aber auch, "dass wir einen Neustart machen müssen", so Vilimsky. Ebenso kommunikativ wie auch im Controlling der Partei.

Wiener FPÖ-Chef stützt Vilimsky

In der FPÖ mehren sich die Stimmen, die die Partei angesichts des schwachen Ergebnisses der Nationalratswahl künftig in der Opposition sehen und für einen Neustart plädieren. Auch der Wiener Landesparteiobmann Dominik Nepp zählt dazu: "Ich sehe diese 16 Prozent jetzt nicht als Regierungsauftrag. Ich sehe die FPÖ in der Opposition", unterstrich Nepp klar.

Und ebenso wie Generalsekretär Harald Vilimsky plädierte er für einen "Neustart" der Partei - konkret in organisatorischer und struktureller Hinsicht. Als Beispiel nannte er "interne Compliance-Regeln". Inhaltlich müsse die Partei hingegen ihren bisherigen Themen wie Sicherheit oder der politische Islam treu bleiben.

Selbst der FPÖ-Wahlkampf-Stratege Herbert Kickl meint: Die Freiheitlichen werden sich nun mit einer Neuaufstellung beschäftigen müssen, die aber durch die neuen Mandatare im Nationalrat ohnehin geschehe. Die Frage sei: "Wie schaffen wir es, uns auf breite Beine zu stellen?"

Kickl tendiert zum Klubobmann-Posten

Der geschäftsführende FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl sieht im voraussichtlichen Ausgang der Nationalratswahl keinen Regierungsauftrag für seine Partei. In einer Koalition mit der ÖVP müsse man etwas dagegen halten können, sagte er am Sonntag zur APA. Mit annähernd 16 Prozent sei dies schwer möglich. Die Rolle des Klubchefs würde zudem wieder "ganz gut zu meinem Profil passen".

Weitere FPÖ-Stimmen

Der Burgenländer Johann Tschürtz hält eine Koalition mit der ÖVP auf Bundesebene für "erledigt", Tirols Landesobmann Markus Abwerzger sprach sich für den Gang in die Opposition aus, Salzburgs Marlene Svazek sah keinen Auftrag für Regierungsverhandlungen. Für Oberösterreichs blauen Parteichef Manfred Haimbuchner ist angesichts des Wahlergebnisses klar: "Wir werden in die Opposition gehen." Und demzufolge werde die FPÖ auch "keine Koalitionsgespräche" führen, fügte er noch an. Er sehe die Opposition als Chance für die Freiheitlichen, da "werden sich noch viel wundern".

FPÖ bei Wahl abgestürzt

Die FPÖ war laut Hochrechnungen bei der Parlamentswahl am Sonntag im Vergleich zur Wahl 2017 um zehn Prozentpunkte auf 16 Prozent abgestürzt. Die FPÖ hatte im Wahlkampf für eine Fortsetzung des bisherigen Bündnisses mit der konservativen ÖVP geworben. Zuletzt hatte eine Spesen-Affäre um Ex-Partei-Chef Heinz-Christian Strache die Aussichten für die Rechtspopulisten deutlich getrübt.

(APA) (Red.)

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