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Krippe aus Müll: Linzer Politiker verbannten unerkanntes Kunstwerk

Eine Weihnachtskrippe aus Müll hat sich für führende Politiker der künftigen Kulturhauptstadt Linz als veritables Fettnäpfchen entpuppt. Sie hätten das konsumkritische Kunstwerk, das Teil der Krippenausstellung im Rathaus ist, nicht als solches erkannt und entfernen lassen. Das berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) in ihrer Mittwoch-Ausgabe.

Die Künstlerin Hannelore Rauter aus Enns im Bezirk Linz-Land hat die Krippe gestaltet. Die Tonfiguren der Heiligen Familie stehen in einem Stall aus alten Plastikverpackungen und Werbe-Prospekten. Sie wolle die Betrachter auffordern, “etwas zurückzusteigen und besinnlicher zu werden”, erklärte sie im APA-Gespräch ihre Idee.

Zunächst sei das ungewöhnliche Stück Bürgermeister Franz Dobusch (S) – selbst ein Kunstfreund – aufgefallen, berichteten die OÖN. Er habe den für Kultur zuständigen Vizebürgermeister Erich Watzl und die für die Krippenschau verantwortliche Stadträtin Susanne Wegscheider (beide V) gefragt, ob das Werk Teil der Ausstellung sei. Da die beiden die “Müll-Krippe” aber auch nicht gekannt hätten, habe der Hausherr sie kurzerhand entfernen lassen.

Besucher aus Enns, die eigens wegen Rauters Werk nach Linz gekommen waren, haben den Fauxpas nun aufgeklärt und fordern, dass die Krippe wieder ausgestellt wird. “Kein Problem”, wird Dobusch in den OÖN zitiert. Da die Krippe nun doch als Ausstellungsstück erkannt worden sei, spreche nichts dagegen.

Die Ausstellung im Linzer Rathaus ist Teil der Aktion “Krippenstadt”. In Schaufenstern, Schulen, Kirchen etc. werden rund 260 Darstellungen der Geburt Jesu gezeigt. Das Projekt hatte bereits in der Vergangenheit immer wieder für rot-schwarze Reibereien gesorgt. Die SPÖ warf Wegscheider verschwenderischen Umgang mit den dafür vorgesehenen Mitteln vor, die ÖVP ortete hinter der Kritik eher weltanschauliche Motive.

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