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Kriegs-Angst in Schweden: Spott und Häme aus Russland

Zivilschutz-Minister Carl-Oskar Bohlin.
Zivilschutz-Minister Carl-Oskar Bohlin. ©PA/AFP/TT NEWS AGENCY/PONTUS LUNDAHL
Die schwedische Regierung warnt vor einem möglichen Krieg und ruft die Bevölkerung dazu auf, sich auf eine eventuelle militärische Konfrontation mit Russland vorzubereiten.

Die Warnungen vor Krieg seitens der schwedischen Regierung und Vertretern des Verteidigungsministeriums auf der jährlichen Sicherheitskonferenz "Folk och Försvar" in Sälen wurden in Russland registriert. Sowohl die staatlich kontrollierten Nachrichtenmedien des Landes als auch Senator Alexej Puschkow, einer der engsten Verbündeten von Putin, äußerten sich dazu.

"In Schweden könnte es Krieg geben"

Der schwedische Zivilschutzminister Carl-Oskar Bohlin ließ auf der Konferenz verlauten: „Viele haben es vor mir gesagt, aber lassen Sie es mich mit der Kraft meines Amtes sagen: In Schweden könnte es Krieg geben.“ Aufgrund des fortlaufenden Konflikts in der Ukraine und des bevorstehenden NATO-Beitritts Schwedens, der für dieses Jahr prognostiziert wird, ruft er die Bevölkerung Schwedens dazu auf, sich auf eine eventuelle militärische Konfrontation vorzubereiten.

Minister will keine Ängste schüren

Alle Bewohnerinnen und Bewohner Schwedens sollten sich mit dieser Frage auseinandersetzen. Bohlin möchte eigenen Aussagen zufolge keine Ängste schüren, sondern das Bewusstsein für die gegenwärtige Lage stärken. Die Bevölkerung sollte sich rechtzeitig auf den "Worst Case" vorbereiten, nämlich auf einen Krieg mit Russland, um nicht unvorbereitet dazustehen. Der Minister äußerte Bedenken über den langsamen Fortschritt bei der Modernisierung des schwedischen Zivilschutzes. Daher wird empfohlen, dass jeder Einzelne mit den entsprechenden Vorbereitungen beginnt, da Zeit als wertvollste und nicht erneuerbare Ressource betrachtet wird.

Notfallpläne

Bohlin erwähnt als eine der Vorbereitungsmaßnahmen, dass die Gemeinden Notfallpläne und Ressourcen bereitstellen sollten, um im Ernstfall die Versorgung mit Wasser, Strom und Lebensmitteln sicherzustellen. Zudem sollten sich die Schweden mental darauf vorbereiten, wie es ist, ohne Mobiltelefon oder Heizung auszukommen.

Beißender Spott aus Russland

Alexej Puschkow, der nicht nur als Vorsitzender des Informationsausschusses im russischen Senat, sondern auch als enger Vertrauter von Präsident Putin gilt, reagierte mit beißendem Spott auf diese Warnungen. In einem Beitrag auf Telegram erklärte er, dass Schweden an der Spitze der antirussischen Paranoia in Europa stehe. „Russische U-Boote fischen dort seit vielen Jahren und für einige ist dies zu ihrem Lebensinhalt geworden“, schrieb er. Puschkow bezeichnete die Warnungen als Versuch, Schweden eine geopolitische Bedeutung zuzuschreiben, die es seiner Ansicht nach nicht besitzt. Er griff dabei auf eine historische Anspielung zurück und erwähnte die schwedische Niederlage bei Poltawa im Jahr 1709.

Puschkow auf Sanktionslisten

Puschkow ist auch auf der Liste der Personen, die von den USA seit 2014 sanktioniert wurden, und im Jahr 2022 wurde sein Name in Verbindung mit dem russischen Krieg in der Ukraine auch auf weiteren Sanktionslisten des Westens aufgeführt. (VOL.AT)

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