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Kreidefelsen, Strände & Wälder

Die berühmten Ostsee-Kreidefelsen
Die berühmten Ostsee-Kreidefelsen ©SRT
Unterwegs auf dem Ostseeküstenradweg – die schönste Etappe führt von Stralsund bis Ahlbeck.
Ostseeküsten-Radweg

Der Startschuss für unsere Radtour ertönt in der Hansestadt Stralsund. Sattblauer Himmel, und die Wetterfrösche waren sich einig: das Hoch bleibt stabil! Die Altstadt, längst Weltkulturerbe der UNESCO, erstrahlt schon am frühen Morgen. Die Schaufassade des gotischen Rathauses, die Nikolaikirche mit ihrer mächtigen Doppelturmfront, penibel restaurierte historische Bauten . . .

Herrliche Backsteinarchitektur

Über die Eisenbahnbrücke entern wir Deutschlands größte Insel, Rügen. Der Ostseeküstenradweg bleibt hart am Wasser, schweift ab in einen Flickenteppich herrlicher Kulturlandschaft und zirkelt in der Folge durch ausgedehnte Wälder. Nur gelegentlich rüttelte uns das berüchtigte Erbe der DDR aus der Trance. Alle drei Meter ein subtiler Schlag von der Steinkante – an die Betonplattenwege gewöhnt man sich schnell. Richtig fies dagegen sind die kurzen Abschnitte mit Findlingspflaster.
Wir verlassen das „söte Länneken“ Hiddensee (Plattdeutsch: süßes Ländchen) mit der nächsten Schiffspassage von Vitte nach Wiek. Über Banz und den Gespensterwald bei Nonnewitz peilen wir den nördlichsten Punkt Deutschlands an, das Kap Arkona. Der schmale Landstreifen zwischen dem Großen Jasmunder Bodden und der Tromper Wiek führt uns zum Nationalpark Jasmund. Der Königstuhl gilt als die bedeutendste Felsnase der berühmten Kreideküste. Hier soll der Schwedenkönig Karl XIII. anno 1715 eine Seeschlacht seiner Mannen mit den Dänen beobachtet haben. Der Ausblick wurde auch durch das Gemälde „Glaube, Liebe, Hoffnung“ des deutschen Chefromantikers Caspar David Friedrich berühmt.

Das Meer frisst die Kreide

Leider frisst das permanent anbrandende Meer die malerische Kreideküste regelrecht auf. Der Wissower Klinken, ein ebenso prominenter Felsvorsprung, rutschte bereits komplett in die Ostsee! An der Küste des Prorer Wiek zielen wir südwärts in die phantastische Bodden-Landschaft des Biosphären-Reservats Südost-Rügen. In Puttbus wartet schon die nächste deutsche Berühmtheit – der „Rasende Roland“. Die liebevoll gepflegte Schmalspur-Dampflok verbindet seit 1899 die herausgeputzten Ostseebäder Rügens, Seelin, Baabe und Göhren. Hügelige Waldpisten bringen uns nach Garz, und dann geht es direkt auf feinem Asphalt nach Glewitz zur Fähre. In Stahlbrode betreten wir wieder Vorpommersches Festland.

Der OSK bleibt bis Gristow nah am Wasser des Greifswalder Boddens. Später folgt er der alten prächtigen Allee etwas landeinwärts parallel zur neuen Bundesstraße nach Greifswald. Die Hansestadt wurde nach der Wiedervereinigung aufwendig generalsaniert. Der Marktplatz mit den bunten Patrizierhäusern und ihren gestuften Schmuckgiebeln ist ein architektonisches Gesamtkunstwerk. Tipp: Zeit für eine ausgedehnte Stadttour und eine Pause im Café Marazin einplanen.

Die Holzklappbrücke von Wiek

Über Rubenow strampeln wir nach Wolgast. Dort bestaunen wir etwas modernere Baukunst – die erst 2000 fertiggestellte Zugbrücke über die Peene. Gerade klappt das blaue Wunderwerk aus Stahl die Fahrbahnen und Zugtrassen nach oben, damit ein riesiges Containerschiff aus Panama hindurchbugsiert werden kann – ein Spektakel dem ganz Wolgast beiwohnt!

Auf Usedom genießen wir eine wahre Sauerstofftherapie, die frische Seeluft wird in den lichtdurchfluteten Kiefernwäldern noch zusätzlich angereichert. Wir bleiben eine extra Nacht in Zinnowitz und fahren ohne das komplette Gepäck weiter an der Ostsee bis zur polnischen Grenze bei Swinovice.

Vor der einstigen „Badewanne Berlins“, dem Seebad Bansin, fordern einige bis zu 16 Prozent steile Rampen die kleinsten Gänge. Heringsdorf, Ahlbeck – die Seebäder sind top, in Schuss. Die „Côte d’Azur der Werktätigen“, wie die Seebädermeile zu DDR-Zeiten noch genannt wurde, glänzt mit noblen Hotels und stilvollen Cafés. Die Usedomer Bäderbahn mit ihrem vorbildlichen Fahrradwaggon bringt uns zurück nach Stralsund. Dort bestaunen wir zum Abschluss die taufrische, architektonisch gewaltige Rügenbrücke – die „Golden Gate Bridge der Ostsee“.

 

REISEINFOS

Anreise: Stralsund ist direkt mit der Bahn zu erreichen, www.bahn.de, Hotline +49 1805 151415 für Radler, von Zinnowitz fährt die Usedomer Bäderbahn zurück nach Stralsund, www.ubb-online.com.
Route: Stralsund, Rügen, Hiddensee (hin mit Schiff: Schaprode – Neuendorf, zurück mit Schiff: Vitte – Wiek, www.weisse-flotte.de oder www.reederei-hiddensee.de), Kap Arkona, Nationalpark Jasmund, Ostseebäder Binz/Sellin/Baabe/Göhren, Putbus (Dampflok Rasender Roland), Garz, Glewitzer Fähre (www.weisse-flotte.de), Stahlbrode, Greifswald, Wolgast, Trassenheide, Zinnowitz (extra Tour zu den Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf, Ahlbeck und zurück), insgesamt 386 km, Rückfahrt nach Stralsund mit der Usedomer Bäderbahn.
Weitere Informationen: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern, Tel. 49 381 4030500, Internet
www.auf-nach-mv.de.

 

VN-N.Eisele-Hein

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