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Krawalle bei Kölner Anti-Islam-Kongress mit FPÖ

Demonstranten protestieren gegen den Kongress
Demonstranten protestieren gegen den Kongress ©APA (dpa)
Gewaltsame Proteste haben am Freitag den Auftakt des umstrittenen Anti-Islamisierungs-Kongresses der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Köln begleitet, an dem auch hochrangige FPÖ-Politiker teilnehmen.

Sechs Gegendemonstranten wurden nach Steinwürfen und Farbbeutelattacken festgenommen. Die deutsche Regierung verurteilte den Kongress als Gefahr für die Integrationsbemühungen in Deutschland.

Pro Köln hatte am Freitagvormittag zum Auftakt des Kongresses zu einer “internationalen Pressekonferenz” in den Kölner Stadtteil Rodenkirchen eingeladen. Dort versuchten Gegendemonstranten, die Veranstaltung gewaltsam zu verhindern. Ein von Pro Köln gechartertes Rheinschiff wurde mit Steinen beworfen und musste vorzeitig ablegen. Das Schiff mit den Teilnehmern des Kongresses, darunter mehrere FPÖ-Mandatare, trieb nach dem Vorfall mehrere Stunden lang auf dem Rhein.

An der Veranstaltung nahmen FPÖ-Generalsekretär Vilimsky, die FPÖ-Nationalratsabgeordnete Berlakowitsch-Jenewein, der Wiener Stadtrat Herzog sowie der Wiener Landtagsmandatar Gudenus (beide FPÖ) teil. Vilimsky warf der Kölner Polizei vor, zugeschaut zu haben, als die Mandatare durch die Steinwürfe “lebensgefährlichen Situationen ausgesetzt” worden seien. Dies sei ein “Skandal der Sonderklasse”, forderte Vilimsky “eine scharfe Protestnote des Außenministeriums”.

Ein Sprecher der Kölner Polizei spielte den Ball den Organisatoren zurück. Diese hätten die Polizei nicht von der Veranstaltung informiert, weswegen sich diese auch nicht für etwaige Zwischenfälle wappnen habe können, sagte der Sprecher auf APA-Anfrage. Er wies auch den von Vilimsky erhobenen Vorwurf zurück, die Polizei hindere das Schiff am Anlegen. “Die wissen wohl nicht, wo sie hin sollen”, sagte der Polizeisprecher.

Vilimsky kritisierte auch das “völlig laienhafte” Vorgehen des österreichischen Außenministeriums. “Es wird alles getan, um der Delegation den Schutz zu geben, den sie sich erwartet”, sagte hingegen Außenamtssprecher Launsky-Tieffenthal auf APA-Anfrage.

An dem Anti-Islamisierungs-Kongress, der sich gegen den Bau einer Moschee in Köln richtet, nehmen rechtspopulistische Politiker aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien und Italien teil. Höhepunkt soll eine öffentliche Großkundgebung unter dem Motto “Nein zur Islamisierung” am Samstag auf dem Kölner Heumarkt sein, zu der 1.500 Teilnehmer erwartet werden.

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