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Krauskopfpelikan in Vorarlberg gesichtet

Fußach – Erst kürzlich wurde der seltene Krauskopfpelikan im prachtvollen Brutkleid von BirdLife-Ornithologen im Rheindelta beobachtet.
Bilder vom Krauskopfpelikan

Bereits Ende Februar erbrachte der steirische Ornithologe Johann Brandner den ersten Nachweis für diese Vogelart in Österreich: am frühen Nachmittag schwamm ein ausgewachsener Krauskopfpelikan auf dem Murstausee in Gralla. Über Internetplattformen und SMS-Verteiler erreichen solche Sensationsmeldungen leidenschaftliche Vogelbeobachter dann wie im Flug.

Der gefährdete Krauskopfpelikan kommt als Brutvogel für gewöhnlich nur im südöstlichen Europa, sowie in Mittelasien bis in die Mongolei vor. „Es dürfte einen Einflug von Slowenien und Ungarn her geben“, so BirdLIfe-Experte Gabor Wichmann zu dem sensationellen Vogelphänomen.  Erst einmal gelandet, ist der Krauskopfpelikan nicht gerade leicht zu übersehen. Mit bis zu 1,8 Meter Länge und einem Körpergewicht von 10 bis 13 Kilogramm ist er der größte Pelikan, der in Europa vorkommt. Der weitgehend silbrig weiß gefiederte Vogel weist  nur an den  Spitzen der Flügel einige schwarze Federn auf. Auffallend ist der orangerot Kehlsack und sein hellgelber Schnabel mit einer orangefarbenen Spitze.

„Birder“ (= Vogelbeobachter) gut vernetzt

Derzeit rätseln die Ornithologen ob es sich bei den diversen Sichtungen um ein und denselben Vogel handelt oder ob nicht doch zwei verschiedene Vögel in Mitteleuropa unterwegs sind. Meldungen gab es vor dem österreichischen Erstnachweis bereits vom Bodensee in Deutschland und aus der Ostschweiz. 
„Die Birderszene ist sowohl österreichweit als auch länderübergreifend sehr gut organisiert“, erzählt Martin Riesing der Gründer des BirderSms Österreich. „Mittels eines Verteilers können so bekannt gewordene seltene Vogelarten an sämtliche Nutzer dieses Smsdienstes gemeldet werden“.  Die Internetplattform Club 300 Austria ermöglichte beispielsweise, dass an die 50 Ornithologen den ersten Krauskopfpelikan in Gralla bewundern konnten. Ein rascher Informationsaustausch unter den Ornithologen ermöglicht interessierten bei der Beobachtung von seltenen Vogelarten dabei zu sein. Gleichzeitig soll so auch eine mögliche Störung der Vögel vermieden werden.

Pelikane ernähren sich weitgehend von Fisch

Wie alle Pelikane ist auch der Krausköpfige ein begeisterter Fischfresser.  Pro Tag ertaucht er sich aus stehenden sowie Fließenden Gewässern bis zu ein Kilo Nahrung. Gelegentlich wird auch in der Gruppe gefischt: in einer Halbkreisformation werden die Fische ins seichte Wasser getrieben, wo sie leichter zu fischen sind.

Nur ein Ei pro Nest

Bevorzugt in großen Kolonien wird auch gebrütet, wobei das Gelege der Pelikaneltern nur aus einem Ei besteht. Der Jungvogel schlüpft gut ausgebildet und ist bereits ab der dritten Lebenswoche mehr oder weniger sich selbst überlassen.  Die Jungvögel werden zwar von den Eltern noch gefüttert aber kaum noch beaufsichtigt. Mit sechs Wochen fangen die Jungen ihre eigenen Fische und mit drei Monaten ist der junge Krauskopfpelikan flugfähig.

Der weltweite Krauskopfpelikan Bestand wird von der Weltnaturschutzunion (IUCN) auf 20.000 Tiere geschätzt.

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