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Kosovo: Angst vor neuen Unruhen

In Kosovo herrscht Angst vor neuen Unruhen. Im Dorf Cabra wurden am Sonntag die beiden albanischen Kinder beerdigt, die am Dienstag im Fluss Ibar ertrunken waren.

Berichte, wonach sie von serbischen Jugendlichen in den Fluss getrieben wurden, hatten den Anlass für den Ausbruch der bisher schwersten ethnisch motivierten Unruhen im Kosovo seit fünf Jahren geliefert. 

Etwa 2.000 Menschen nahmen in der Kosovo-Ortschaft Cabra in der Nähe von Kosovka Mitrovica an der Beerdigung der albanischen Kinder teil. Ursprünglich wollte die UNO-Mission im Kosovo (UNMIK) nur ein Begräbnis im engsten Familienkreis erlauben. Anwesend war auch der Premier der von der UNO verwalteten südserbischen Provinz, Bairam Rexhepi. Die internationale Friedenstruppen KFOR richteten rund um Cabra starke Kontrollpunkte ein.

Der Tod der beiden Kinder hatte am Mittwoch die blutigsten Zusammenstöße zwischen Albanern und Serben seit dem Krieg (1998/99) ausgelöst. Die Kinder waren nach albanischen Angaben von Serben in den Fluss Ibar getrieben worden und dort ertrunken. Die UNMIK-Polizei erklärte am Sonntag, dass es derzeit keine Beweise dafür gebe. Nach einem dritten Kind wird noch gesucht.

Nach jüngsten UNMIK-Angaben sind bei den Auseinandersetzungen seit Mittwoch 22 Menschen ums Leben gekommen, 851 wurden verletzt. Auch 98 Angehörige der UNO-Polizei sowie der lokalen Polizeikräfte und 55 KFOR-Soldaten wurden demnach verletzt. 30 serbisch-orthodoxe Kirchen und Klöster wurden verwüstet und niedergebrannt.

Das österreichische Bundesheer-Kontingent im Rahmen der KFOR-Truppen im Kosovo ist indessen komplett. Am Sonntag trafen die letzten der seit Freitag insgesamt 90 in den Kosovo entsandten Soldaten ein. Verteidigungsminister Platter hatte am Freitag – wegen der Unruhen – beschlossen, das Kontingent im Kosovo aufzustocken. Damit sind dort fast 600 österreichische Soldaten stationiert.

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