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Kosovarischer Serbenführer Ivanovic bei Attentat getötet

Oliver Ivanovic wurde erschossen
Oliver Ivanovic wurde erschossen ©APA (AFP/Archiv)
Der prominente kosovarische Serbenführer Oliver Ivanovic ist am Dienstag bei einem Attentat in Nord-Mitrovica getötet worden. Ivanovic war kurz nach 8.00 Uhr vor seinem Büro angeschossen worden, Reanimierungsversuche im Krankenhaus blieben vergeblich, hieß es von offizieller Seite. Über die Angreifer ist noch nichts bekannt, die Fahndung läuft.

Der Tod von Ivanovic wurde offiziell von Shuqri Syla, Chefankläger der Region, gegenüber dem Sender Free Europe bestätigt. Der Überfall sei gegen 8.15 Uhr passiert. Ivanovic habe nach Angaben seines Anwaltes Nebojsa Vlajic mindestens fünf Schusswunden im Brustbereich erlitten. Von der Polizei seien nach dem Angriff vor den Büroräumen drei Patronenhülsen sichergestellt worden, ließ Ivanovics’ Partei SDP verlauten.

Die kosovarische Polizei bestätigte den Angriff, weitere Details wurden nicht vermeldet. Bei einem nur wenige hundert Meter vom Tatort sichergestellten verbrannten Opel Astra soll es sich laut Medienberichten um den Wagen der Angreifer handeln.

Wagen in Brand gesetzt

Dem Attentat ist bereits ein Anschlag auf Ivanovic vorausgegangen: Erst vor wenigen Monaten war der Wagen des Politikers vor seinem Wohnhaus in Brand gesetzt worden. Vor den Kommunalwahlen im Oktober 2017 hatten sich vier Kandidaten seiner Sozialdemokratischen Partei (SDP) nach erhaltenen Drohungen zurückgezogen.

Ivanovic war im Jänner 2016 von einem internationalen Gericht in Mitrovica wegen Kriegsverbrechen im Jahr 1999 schuldig gesprochen und zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Im Februar 2017 hatte ein Berufungsgericht im Kosovo die Haftstrafe aufgehoben, der Prozess wurde seit August 2017 neu aufgerollt.

Eine Belgrader Regierungsdelegation, die am Dienstag nach monatelanger Pause in Brüssel die EU-initiierten Normalisierungsgespräche mit Vertretern Prishtinas aufnehmen sollte, hat unterdessen entschieden, die Gespräche zu unterbrechen und nach Belgrad zurückzukehren, meldete der Belgrader Sender RTS.

(APA)

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