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Korn: Irritation der Gehörwindungen

Hohenems - Die kalifornische Metallformation Korn spielte am Montag im Tennis-Eventcenter Hohenems das einzige Österreichkonzert ihrer laufenden Tour. Bilder  || MusigReview: Zum Video-Interview  |  Fans

VON DANIEL FURXER

Mystisch blieb der heilige Gral, der Mikrophonständer von Jonathan Davis, der von keinem geringeren als H.R. Giger entworfen worden ist, bis kurz vor Beginn des Konzertes eingehüllt. Die Enthüllung kündigte den Start eines Metallgewitters an, das sich über Hohenems entlud.

Klare, harte Riffs

Korn ist in der Sektion melodischer Metall, auch bekannt unter Nu-Metall, seit vielen Jahren eine fi xe Institution. Dass diese Herren Vorarlberg beglückten, ist eine besondere Ehre. Wer glasklare, harte Riffs liebt, kam an diesem Abend voll auf seine Rechnung. Messerscharf trennten die Gitarren die Atmosphäre in der Tennishalle. Sänger Jonathan Davis zeigte zudem von Beginn an eine unglaubliche Bühnenpräsenz und sang seine Melodiebögen gewohnt souverän.

Einige Klassiker

Am Anfang baute Korn geschickt die Metallica Nummer „One“ in einen Song ein, auf Coverversionen von „Another Brick in the Wall“ oder „Word up“ warteten die Fans jedoch vergeblich. Das tat aber nichts weiter zur Sache, präsentierte Korn doch einige Klassiker ihres 14-jährigen Schaffens: „Blind“ oder „Right Now“ spielten sie kompakt und mit viel Nachdruck. Kein Wunder, fuhren die Mannen von Korn doch mit hartem Geschütz auf: Zwei Schlagzeuge und ein Percussion-Set sorgten für eine nachhaltige Irritation der Gehörwindungen. Müßig zu erwähnen, dass Slipknot Schlagzeuger Joey Jordison ganze Arbeit leistete. Die Single „Evolution“ ihres neuen Albums (Veröffentlichung: 27.7.) hob sich durch den Sprechgesang hörbar von den anderen Stücken ab. Das überraschte und verspricht eine Weiterentwicklung der Songs, nachdem Korn auf den letzten Alben, wenn auch auf sehr hohem Niveau, etwas stagnierte. Korn spielte ein rundes Set, wenn auch das Ende etwas abrupt ausfiel.

Headliner „Sick of it all“

„Sick of it all“ besitzt im Hardcore-Bereich einen ähnlichen Status wie Korn (vor allem für die etwas Älteren im Publikum) und war fast zu groß, um als Headliner zu fungieren. Das Los einer Vorband, mit reduzierter Lichtshow, kurzem Auftritt und mit weniger Power aus den Boxen auskommen zu müssen, ging auch an ihnen nicht spurlos vorüber. Trotz allem: Sick of it all gaben ordentlich Stoff.

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