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Kopftuchzwang: Rudas sorgt für Verwunderung bei Muslimen

Die Kritik von SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas am angeblichen Kopftuchzwang hat für Verwunderung bei Muslimen gesorgt. Die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ) forderte in einer Aussendung am Dienstag Aufklärung über die Aussagen. Die rechte Opposition höhnte hingegen: FPÖ-Vizechef Norbert Hofer mutmaßte, die "vorgeblich interkulturelle Erleuchtung" liege an der heranrückenden Wien-Wahl, BZÖ-Generalsekretär Stefan Petzner verglich Rudas mit der FPÖ-Abgeordneten Barbara Rosenkranz. Und die ÖVP Wien sah Widersprüche zwischen Bundes- und Stadtpartei.

“Mit ihren Äußerungen zum muslimischen Kopftuch begibt sich Laura Rudas ins populistische Fahrwasser, das bei schwindendem Wertebewusstsein und sozialer Unsicherheit auf ein Wir-Gefühl durch Abgrenzung setzt”, hieß es in der IGGiÖ-Aussendung. Die SPÖ-Politikerin müsse sich auch die Frage gefallen lassen, wie sie es denn mit der Trennung von Staat und Religion halte, wenn sie sich einfach anmaße, ein Urteil über das Kopftuch zu fällen. “Die Interpretation von Religion ist Sache der anerkannten Religionsgemeinschaften und nicht von Politikern. Und in der Glaubenspraxis von Musliminnen ist das Kopftuch nicht wegzudiskutieren”, so die Glaubensgemeinschaft.

“Willkommen in der Realität”, richtete Hofer Rudas aus. Diese sei wohl vom fallenden Herbstlaub inspiriert, allerdings handle es sich um ein “leider substanzloses und sehr durchsichtiges Manöver”. Auch Hofer machte auf anderslautende Stimmen in der Wiener SPÖ aufmerksam: “Wenn also SP künftig nicht mit Schizophrene Parolen übersetzt werden soll, sind die Damen aufgerufen, die Schleier ihrer gescheiterten Multikulti-Experimente künftig entweder einheitlich zu lüften oder vom rhetorischem Hüllenfall gänzlich Abstand zu nehmen.”

Petzner, der sich “ernsthafte Sorgen” macht, dass Rudas “langsam aber sicher zur Barbara Rosenkranz der SPÖ mutiert”, sparte auch sonst nicht mit Hohn: “Zur Vollendung der Mutation fehlen Rudas nun nur noch Damenbart, tiefe Stimme und öffentliche Auftritte im Dirndl-Kleid.” Er kam auch nicht umhin zu betonen, dass der Vorschlag nach einem Kopftuchverbot eigentlich vom BZÖ stamme und umzusetzen sei. “Der SPÖ wird der Mut dazu aber wieder einmal fehlen.”

Verwirrung gab es in der Wiener ÖVP. Integrationssprecherin Sirvan Ekici interpretierte Rudas’ Kritik am Kopftuchzwang dahingehend, dass sich die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin ein Verbot vorstellen kann und meinte: “Wieder einmal spricht man aufseiten der SPÖ mit gespaltener Zunge.” Ekici begrüßte allerdings die “Einsicht”, dass vor allem in Wien in Sachen Integration Aufholbedarf gegeben sei. Was SPÖ-Integrationssprecherin Nurten Yilmaz zum Konter zwang: Ekici versuche erfolglos, das Modell der Wiener Integrationspolitik schlecht zu reden.

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