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Kontrolldruck auf organisierte Bettlerbanden bleibt hoch

(VN) Feldkirch, Dornbirn - Die Exekutive geht von über 200 rumänischen Bettlern in Vorarlberg aus. Kontrollen erfolgen nach Hinweisen aus der Bevölkerung.

Drei Wochen ist es nun her, dass eine 85-jährige alleinstehende Frau in ihrem Haus in Feldkirch-Tisis von skrupellosen Einbrechern ausgeraubt und verletzt wurde. Wie berichtet, fahndet die Polizei nach einem 26-jährigen Rumänen, der in einer Bettlerbande in Vorarlberg unterwegs gewesen sein soll. Seit dem Vorfall, der laut Exekutive „ein Einzelfall bleiben muss“, wird die organisierte Bettelei im ganzen Land verstärkt ins Visier genommen. Auch die Öffentlichkeit wurde informiert. „Besonders gefährdet sind betagte alleinstehende Frauen“, mahnt der Feldkircher Polizeikommandant Harald Mayer erneut zur Vorsicht und rät, kein Geld herzugeben. Die Bettler würden teilweise sehr aggressiv vorgehen und auch potenzielle Einbruchsziele auskundschaften, wie der Fall in Tisis zeige. Laut Mayer wurde die 85-Jährige bereits mehrfach von Bettlern aufgesucht.

Zahlreiche Anrufe zu Bettlerbanden

Er wisse auch von einer Frau, die mit einem Mal 500 Euro „spendete“, so Mayer. Was viele jedoch nicht bedenken: Der Obolus geht selten an die wirklich Bedürftigen. Mayer: „Die Bettler werden täglich von Kapos abkassiert, das Geld bekommen dann die Hintermänner.“ Als „sehr positiv“ bewerten Mayer und der Kriminalreferent des Bezirks Dornbirn, Rudolf Salzgeber, den Umstand, dass in den letzten Wochen „zahlreiche Anrufe und Hinweise aus der Bevölkerung“ eingegangen sind. „Dadurch konnten wir eine Vielzahl von Personen kontrollieren, erkennungsdienstlich behandeln und abstrafen“, berichtet Mayer. Offenbar haben die fast täglichen Kontrollen tatsächlich für Unruhe innerhalb der organisierten Bettlerszene gesorgt. So wurde vergangene Woche beispielsweise ein Zeltlager am Ufer der Ill im Gemeindegebiet von Göfis spontan aufgelassen. Nach Angaben der Polizei Frastanz wohnten dort zeitweise bis zu 25 rumänische Bettler. Exekutive und Behörden hatten ursprünglich geplant, das Zeltlager in dieser Woche zu räumen.

Polizei-Tipps: So verhalten Sie sich bei Bettlerbanden richtig

» Lassen Sie fremde Personen niemals in Ihre Wohnung.
» Geben Sie niemals Auskünfte über Ihre finanziellen Verhältnisse.
» Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
» Verwenden Sie zur Kontaktaufnahme mit Fremden die Gegensprechanlage oder verwenden Sie die Türsicherungskette oder den Sicherungsbügel.
» Versuchen Sie, sich das Aussehen der Person für eine spätere Personsbeschreibung genau einzuprägen.
» Notieren Sie sich – sofern möglich – Autokennzeichen und Marke, Type sowie Farbe eines vermutlichen Täterfahrzeugs.
» Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle (Notruf 133).

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