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Kombi-Absage brachte Maier Probleme

Der Salzburger hat bekanntlich beim Comebacksieg in Lake Louise seinen heiß geliebten Rennskischuh ruiniert und konnte damit das Ersatzmodell keinem rennmäßigen Test mehr unterziehen.

Und schon am Freitag muss Maier mit dem neuen und kaum angepassten Schuh in die – allerdings ebenfalls absagegefährdete – Abfahrt.

Für Skirennläufer ist das Thema Schuh fast noch wichtiger als die Ski, stellen die “Hartschalenpatschen” doch die Verbindung zwischen Fahrer und Ski her. Bei Maier kommt noch erschwerend hinzu, dass er wegen seines beim Motorradunfall deformierten rechten Fußes zwei Jahre herumgetüftelt hat, um den (Lange-) Skischuh optimal anzupassen. Dass dieser langjährige Begleiter nun den Geist aufgegeben hat, ist für Maier eine kleine Katastrophe.

Zu retten dürfte Maiers in jahrelanger Kleinarbeit angepasster Schuh nicht mehr sein. Der Salzburger hatte zuletzt sogar selbst Hand angelegt, um zu retten, was noch zu retten ist. “Ich habe probiert, den Schuh mit drei fünf Zentimeter langen Schrauben noch zusammen zu spacksen. Aber der Riss oberhalb der Ferse geht von Gelenk zu Gelenk und ist 20 Zentimeter lang. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass dieser Schuh noch einmal funktioniert”, nahm Maier das Dahinscheiden seines Schuhs seufzend zur Kenntnis.

Zwar haben Rennfahrer bei Überseerennen bis zu fünf Paar Skischuhe mit, Maier fährt allerdings ein älteres Modell, dass nur noch begrenzt verfügbar ist. Zudem war der bald 36-jährige Salzburger vor zwei Wochen ohne große Hoffnung auf einen Renneinsatz nach Nordamerika geflogen, weil er damals wegen seiner Rückenprobleme eigentlich nur trainieren wollte. “Gottseidank habe ich trotzdem einen Ersatzschuh mitgenommen. Es ist das gleiche Modell, die Passform ist aber natürlich eine ganz andere”, so der Salzburger.

Vergangenen Dienstag musste Maier das einzige Abfahrtstraining in Beaver Creek bereits im Ersatzmodell absolvieren und wurde dennoch bemerkenswerter Fünfter. Seitdem wird intensiv versucht, den Ersatzschuh möglichst so hinzubekommen wie den defekten Schuh.

Da ist natürlich viel zu tun. “Ich habe ja einen ziemlich deformierten rechten Fuß. Es ist also schwierig, dass man das genau gleich hinbekommt”, so Maier. Ganz werde es nicht funktionieren. “Also muss ich einiges simulieren. Das wird interessant, weil ich keine Möglichkeit mehr hatte, den Schuh auszuprobieren. Ich muss einfach schauen, was im Rennen rauskommt.”

Zumindest auf der Rennpiste – Maier hätte am Donnerstag an der Kombiabfahrt teilgenommen – konnte Maier den Ersatzschuh nicht mehr testen. Dafür aber beim Tiefschneefahren in Beaver Creek, das sich über Nacht in ein “Winterwonderland” verwandelt hatte. “Natürlich gehe ich Tiefschneefahren. Ich lass mir doch von den Schuhproblemen den Spaß nicht verderben”, sagte Maier.

Auch Michael Walchhofer ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen. Obwohl es auch den ganzen Tag weiterschneite und deshalb auch die Abfahrt am Freitag als gefährdet galt, war der Vorjahressieger zuversichtlich. “Sie werden alles versuchen, um möglichst allen Schnee rauszubringen und trotzdem eine anspruchsvolle Abfahrt zusammenzubringen”, war der Salzburger überzeugt. “Aber natürlich wird der viele Neuschnee die Charakteristik etwas verändern.”

Falls tatsächlich die Abfahrt am Freitag nicht gefahren werden kann, ist eine Verlegung auf Samstag vorstellbar. “Es gibt aber viele Überlegungen und Möglichkeiten”, ließ FIS-Renndirektor Günter Hujara angesichts der Neuschneemassen alles offen. Womöglich kommt es sogar wie im Vorjahr, als der Super-G erst am Montag gefahren wurde, zu einer “Verlängerung”. Damit wäre aber extrem wenig Zeit zum Wechsel nach Europa, wenn tatsächlich am nächsten Freitag die Superkombi in Val d’Isere nachgetragen wird.

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